Wie der Rufer Johannes in der Wüste, so ruft heute …

Kardinal Robert Sarah. In der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Paris hat er eine kurze Ansprache gehalten:

Liebe Freunde, die Kathedrale von Notre-Dame hatte einen Vierungsturm, der wie ein Pfeil in den Himmel aufragte. Er schien ganz auf Gott hinzuweisen. Im Herzen von Paris schien er jedem den letzten Sinn seines Lebens zu offenbaren. Er schien den einzigen Sinn vom Wesen der Kirche aufzuzeigen: zu Gott hinzuführen und sich von ihm führen zu lassen. Eine Kirche, die sich nicht auf Gott hin ausstreckt, ist eine Kirche, die zusammenbricht und stirbt.

Wollt ihr die Kirche wieder aufrichten?
Dann geht in die Knie!
Wollt Ihr diese schöne Kathedrale wiederaufbauen, die eine katholische Kirche ist?
Dann kniet euch nieder.
Eine Kathedrale ist zuerst und zuletzt ein Ort, in dem die Menschen niederknien können.
Eine Kathedrale ist ein Ort für die Gegenwart Gottes im Allerheiligsten Sakrament.

Ich möchte die Priester ermutigen. Ich will ihnen sagen: liebt Euer Priestertum. Seid stolz, mit Christus gekreuzigt zu sein. Habt keine Angst vor dem Hass der Welt. Ich will allen Priestern der Welt meine Zuneigung als Vater und Bruder zeigen. Vor und mit euch will ich meine tiefe Liebe an die treuen Priester der ganzen Welt ausdrücken. Vor und mit euch will ich ihnen allen meine Hochachtung erweisen.

Liebe Freunde, liebt eure Priester! Dankt ihnen nicht für das, was sie machen, dankt ihnen für das, was sie sind.

(Kardinal Robert Sarah, Notre Dame de Paris, Mai 2019)

Quelle CNA

Bitte schenken Sie auch dem Artikel von Katrin Krips-Schmidt in der TAGESPOST Beachtung. Sie schreibt u. a.:

Bei der Vorstellung seines neuen Buches „Le soir s’approche et déja le jour baisse“ [Der Abend naht und der Tag hat sich geneigt] hat Kardinal Robert Sarah kürzlich in Paris eine scharfsinnige Analyse „der tiefgreifenden Krise“ des Abendlandes vorgelegt: der „Glaubenskrise, Kirchenkrise, Priesterkrise, Identitätskrise und der Sinnkrise des Menschen und des menschlichen Lebens sowie des spirituellen Zusammenbruchs und seiner Folgen“. Die Verwüstung der Kathedrale Notre-Dame und ihrer eingestürzten Gewölbe durch einen Brand im April sind für ihn ein „Symbol für die Situation der abendländischen Zivilisation und der Kirche in Europa“. Dieses Feuer, „das die Kirche ganz besonders in Europa verwüstet, das ist die intellektuelle, doktrinäre und moralische Verwirrung, es ist die Feigheit, die Wahrheit über Gott und den Menschen zu verkünden und die moralischen und ethischen Werte der christlichen Tradition zu verteidigen, es ist der Verlust des Glaubens, der Bedeutungsverlust der Objektivität des Glaubens und damit der Verlust des Sinnes für Gott“.

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