Heiliger Augustinus – 28. August

Die sterbliche Hülle des heiligen Augustinus kam im 8. Jahrhundert auf Wunsch von Liutprand, König der Langobarden, nach Pavia. Er wurde in die dem hl. Petrus geweihte Kirche gebracht, die damals ein goldenes Dach hatte. Ende des 14. Jahrhunderts gab die Familie Visconti einen großen Marmorsarkophag in Auftrag.

Wenn man die Schwelle von San Pietro in Ciel d’oro in Pavia überschreitet, fühlt man sich fast wie auf dem Heck eines Schiffes. Nach einem Dutzend Stufen ist man oben angelangt und blickt sozusagen auf die imposante Brücke, die von hohen, robusten Bögen eingegrenzt wird; der Blick wird dann unweigerlich vom Deck dieses Kirchen-Schiffes angezogen: hinten führen zwei Stufen zum Presbyterium hinauf; es ist deutlich erhöht ist und erstrahlt im Zentrum in weißem Marmor. Hier, in diesem Sarkophag, ruht die sterbliche Hülle des Augustinus.

Die passenden Fotos dazu liefert
sacerdos-viennensis

Kein Gold, keine Kerzen. Auf den ersten Blick drängt sich der Eindruck spartanischer Schmucklosigkeit auf. Da sind die Mauern, die großen Ziegelsteine – alles, was die lombardischen Kirchen so besonders macht; da sind die Wände – auch sie meist kahl und bloß; da ist diese wunderschöne, robust gestaltete Vierungskuppel, von der ein klares, beruhigendes Licht ausgeht. – Wenn man hierher kommt und den einfachen schwarzen Sarg unter dem Altar erblickt, in dem die sterbliche Hülle des Heiligen ruht, ist man unweigerlich gerührt. Man kann das Schutzgitter berühren, darum herumgehen …

Seit 1285 Jahren ruht Augustinus schon hier.

Text siehe 30giorni

„Unruhig ist (mein) unser Herz,
bis es Ruhe findet in dir, o Gott“
(Augustinus, Conf. 1,1)

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