Der Gegenstand der christlichen Abtötung – 7 / 9

Punkt 4: Abtötungen, die in unseren äußeren Handlungen zu praktizieren sind.

1. ) Bei der Beobachtung aller Punkte Ihrer Lebensregel müssen Sie mit der größten Genauigkeit vorgehen und ohne Zögern gehorchen, wobei Sie sich an den heiligen Johannes Berchmans erinnern, der sagte: „Meine Buße ist für mich, mich in das Gemeinschaftsleben einzufügen.“ – „Auf die geringsten Dinge den größten Wert legen, das ist meine Devise.“ – „Lieber sterben, als eine einzige Regel zu verletzen!“

2. ) Versuchen Sie in der Ausübung Ihrer Standespflichten höchst zufrieden gerade über das zu sein, was am meisten dazu angetan ist, Ihnen zu mißfallen und Sie zu langweilen, und erinnern Sie sich dabei an das Wort des heiligen Franz von Sales: „Niemals fühle ich mich wohler, als wenn ich mich nicht wohl fühle.“

3. ) Gewähren Sie der Trägheit niemals auch nur einen Augenblick; sorgen Sie dafür, daß Sie vom Morgen bis zum Abend unablässig beschäftigt sind.

4. ) Wenn Ihr Leben sich, wenigstens teilweise, im Studium abspielt, dann machen Sie sich die Ratschläge des heiligen Thomas von Aquin an seine Schüler zu eigen: „Begnügt euch nicht damit, oberflächlich das in euch aufzunehmen, was ihr lest oder hört; sondern versucht, darin einzudringen und alle eure Sinne hineinzuvertiefen. – Verbleibt niemals im Zweifel über die Dinge, über die ihr euch Gewißheit verschaffen könnt. – Arbeitet mit heiligem Verlangen daran, euren Geist zu bereichern; reihet mit Ordnung alle jene Kenntnisse in euer Gedächtnis ein, die ihr erwerben könnt. — Suchet indessen nicht in die Geheimnisse einzudringen, die euren Verstand übersteigen.“

5. ) Beschäftigen Sie sich einzig und allein mit der vorliegenden Handlung, ohne sich mit dem Vorhergegangenen abzugeben, und nicht in Gedanken das vorwegnehmeuu, was folgen wird; sagen 6ie sich mit dem heiligen Franziskus: „Während ich das eine tue, bin ich nicht verpflichtet, etwas anderes zu tun.“ – „Beeilen wir uns im rechten Maß; früh genug, wenn gut genug.“

6. ) Seien Sie bescheiden in Ihrer äußeren Haltung. Nichts war so vollkommen wie die Haltung des heiligen Franz: er hielt das Haupt immer gerade, wobei er sowohl die Leichtfertigkeit vermied, es nach allen Richtungen zu wenden, als auch die Nachlässigkeit, es nach vorne zu neigen, ebenso wie die stolze und hochmütige Laune, es nach hinten (in den Nacken) zu werfen. Sein Antlitz war immer ruhig, frei von jeder Hemmung, immer fröhlich, heiter und offenherzig, indessen ohne Ausgelassenheit oder taktlose Spaße, ohne lautes, unmäßiges oder allzu häufiges Gelächter.

7. ) Wenn er allein war, war er genau so gesammelt wie in einer großen Versammlung. Er schlug die Beine nicht übereinander und stützte den Kopf nicht auf dem Ellenbogen auf. Wenn er betete, war er unbeweglich wie eine Säule. Wenn seine Natur ihm eingab, seine Bequemlichkeiten wiederaufzunehmen, hörte er nicht auf sie.

8. ) Sehen Sie Sauberkeit und Ordnung als eine Tugend an, Unsauberkeit und Unordnung aber als ein Laster; keine schmutzigen, fleckigen oder zerrissenen Kleidungsstücke. Betrachten Sie aber auf der anderen Seite den Luxus und den Hang zur Veräußerlichung als ein noch größeres Laster. Machen Sie es so, daß niemand, der Ihre Kleidung sieht, sagen kann: das ist unsauber, oder: das ist elegant; aber daß jedermann zugeben muß: das ist ordentlich.

(Wird fortgesetzt)

+