IN SINU JESU – Buchempfehlung

Endlich liegt dieses Buch vor: „In Sinu Jesu – An der Brust Jesu“. Lange haben die deutschsprachigen Leser auf dieses Buch eines anonymen Benediktinermönchs warten müssen.

Um es schon am Anfang zu sagen: man kann das Buch nicht einfach nur lesen, man muss es meditieren, betrachten. Und es gehört die Hände von Priestern, Ordensleuten und Menschen, die ein geistliches Leben führen möchten.

Wir haben ein Betrachtungsbuch vor uns. Ein Buch, das einen tief beeindrucken kann – und vielleicht ist es darum auch nicht einfach, darüber zu schreiben. „In Sinu Jesu“ sind Aufzeichnungen eines unbekannten Mönchs aus dem irischen Priorat der Benediktiner von Silverstream. Dieser Priester-Mönch hat sie seit 2007 regelmäßig notiert, nachdem er in der Stille vor dem Tabernakel Worte unseres Herrn, der Gottesmutter und von Heiligen empfangen hatte. Er wurde „aufgefordert“, alles aufzuschreiben, was er gehört und empfangen hatte – Worte voller Erkenntnis und Einsicht.

Seine Ordensoberen fanden, dass diese Worte der Ermutigung auch für viele andere, Priester wie Laien, wichtig und hilfreich sein könnten. So entstand aus den Notizen ein Buch, das 2016 zuerst in englischer Sprache erschienen ist: „In sinu Jesu – When Heart Speaks to Heart“. Darin geht es überwiegend um Gebet, Anbetung und Opfer, um Freundschaft mit Jesus und um die Erneuerung des Priestertums. – Was also benötigt unsere Kirche heute mehr als das?

Wenn ein Priester sich zu Meinem Herzen flüchtet und sein Haupt an Meine Brust legt, ist er sicher vor allem, was ihm schaden kann, und die Anschläge des Feindes gegen seine Seele sind abgewehrt und zunichte gemacht.

Dem Patrimonium-Verlag ist dafür zu danken, dass er dieses Buch in sein Verlagsprogramm aufgenommen hat. Besonders aber auch den beiden Herausgebern Daniel Kretschmar und Rupert Santner, sowie der ungenannten Übersetzerin, „einer benediktinischen Oblatin“.

Der Autor des Buches, besser, der Priester und Mönch, der die Worte des Herrn im Gebet empfing, schreibt selbst:

Hier ist der Text, wie ich ihn im Lauf der Jahre aus den Notebooks übertragen habe, mit deren Abfassung ich im Jahr 2007 begonnen habe. Vokabular und Stil sind von mir, doch die Substanz dessen, was ich schrieb, kam während des Gebets, ohne irgendwelche Anstrengung oder vorausgehende Überlegungen meinerseits. Es kam eine innere Bewegung auf, zu schreiben, und ich schrieb, bis die Inspiration aufhörte. Nach dem Schreiben ergab sich die Gnade einer stillen Vereinigung mit unserem Herrn oder unserer Lieben Frau. Bei einigen wenigen Gelegenheiten kamen »Worte« von Heiligen oder heiligmäßigen Menschen.

Jesus, der zu ihm kommt, sagt:

Wenn Ich nun auf diese Weise zu dir spreche, dann tue Ich das, weil du Meine Stimme hören sollst. Du warst zu lang weit weg von Mir, unfähig, bei Mir zu verweilen, unfähig, auf das zu hören, was Ich dir sagen wollte. Aber nun ist der Augenblick gekommen. Nun und von jetzt an spreche Ich zu dir, und Ich werde zu dir sprechen, damit viele zu Mir zurückfinden und in Mir Heilung und Frieden finden.

Hier spreche Ich zu dir, Mein geliebter Priester und Freund Meines Herzens.“ „Verbirg dich in Meinem Herzen, so wie Ich in den Tabernakeln auf der ganzen Welt verborgen bin, ungesehen, ungekannt, vergessen von den Menschen.

Tatsächlich wird zuerst „der Priester“ in diesem Mönch angesprochen. Ein ganz bestimmter Priester, der „zeitweise Zweifel an der Authentizität dessen [hatte], was da geschah“. Trotz seiner Zurückhaltung und seinem „Wunsch nach Anonymität“ wurde ihm von Christus wiederholt gesagt, „dass Seine Worte zur Segnung, Unterweisung und Tröstung für viele heutige Christen dienen sollen – vor allem aber für Seine geliebten Priester“.

Eines der vielen Themen des Buches ist jenes der Einsamkeit – auch der Flucht vor der Einsamkeit, der Ablenkungen, die uns immer wieder vom Wesentlichen, vom einzig Notwendigen abhält. Wir müssen uns – auch als Menschen dieser Welt – von unnützen, weltlichen Ablenkung enthalten und uns davon entfernen. Ganz sicher werden wir den Schmerz der Einsamkeit zu spüren bekommen, denn wir sind ihn nicht gewöhnt; doch dieser Schmerz kann nur durch die Gemeinschaft mit Gott – an seiner Brust – geheilt werden. Ganz in der Tradition der Kirche und ihrer Lehre vom geistlichen Leben erfahren wir, dass unsere Seele von Gott in die „Wüste“ geführt wird. Dort müssen wir lernen, ohne Ablenkungen diesen Schmerz der Einsamkeit und unserer Sünden zu spüren. Denn nur dann sind wir in der Lage, den heilenden Trost Christi zu empfangen.

Das zölibatäre Leben findet in Sinu Jesu ebenfalls statt. Es sind wunderbare Betrachtungen über die Schönheit und das prophetische Zeugnis des ehelosen, enthaltsamen Lebens. Auch hier besteht die Gefahr, sich in einer modernen Welt zu verlieren, die so auf Ablenkung ausgerichtet ist, dass wir leicht in diese Falle geraten und woanders Trost suchen. Denn diesen Trost und Frieden können wir nur in Christus wirklich finden. Dies betrifft nicht nur die Priester und Ordensleute, sondern jeden Christen.

Es findet sich in unserem Buch auch die ständig sich wiederholende Botschaft, dass wir uns auf einer irdischen Pilgerfahrt befinden. So ist es ein wahrer Trost, dass wir in der Anbetung Christi, im Viaticum, der himmlischen Speise auf dem Weg unserer Reise, bereits heute einen Vorgeschmack verkosten dürfen von der Vereinigung mit Gott, auf die wir im Himmel hoffen.

Die Seiten von In Sinu Jesu sind von intensiver Leuchtkraft und einer herzerwärmenden Inbrunst. Sie bewegen sich zwischen vielen fundamentalen Aspekten des geistlichen Lebens hin und her und tauchen tief in sie ein:
Gott lieben und von Gott geliebt werden;
die Praxis des Gebets in all seinen Dimensionen;
die einzigartige Macht der Anbetung; eine vertrauensvolle Ergebung in die göttliche Vorsehung;
der hohe Wert des Schweigens;
die Würde des liturgischen Gebets und der Sakramente;
das Mysterium des heiligen Messopfers;
priesterliche Identität und apostolische Fruchtbarkeit;
die Rolle der heiligen Jungfrau Maria und der Heiligen in unserem Leben;
Sünde, Verwundetsein, Gnade, Heilung und Läuterung;
das Warten auf den Himmel und die heiß ersehnte Erneuerung der katholischen Kirche hier auf Erden.
So viele tröstende und herausfordernde Wahrheiten, die in unserer Zeit bitter nötig sind, werden angesprochen und fordern die Reaktion unseres Herzens heraus; sie beschwören uns umzukehren und ermahnen uns, ein neues Leben zu beginnen.“ [Einführung]

Gebet:
Mir geschehe nach Deinem Wort.
Herr Jesus, ich nehme Deinen Plan an.
Ich gebe meine freie, vollständige Zustimmung zu Deinem Willen.
Ich will allem anderen entsagen und alles andere hinter mir lassen.
Ich bin Dein Knecht und
aufgrund Deiner unendlichen Barmherzigkeit
der Freund Deines Herzens. Amen.
(25. September 2011)

Zuerst erschienen in: Schweizerisches katholisches Sonntagsblatt

Ein benediktinischer Mönch
In Sinu Jesu
Wenn das Herz zum Herzen spricht – Aufzeichnungen eines Priesters im Gebet
Patrimonium-Verlag, 2019
390 Seiten; 22,80 Euro
ISBN: 9783864171178

 

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