Rosenkranz für die Amazonas-Synode – Die Freudenreichen Geheimnisse

1 – Den Du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.

Glauben wir eigentlich, was wir im ersten Gesätz des Freudenreichen Rosenkranzes betend betrachten? Denn dann müssten wir auch an die anderen Worte glauben, die uns der Herr anvertraut hat; dann könnte dieses Wort auch in uns Fleisch annehmen und uns und der Welt zum Heil werden.

2 – Den Du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.

Dort hörst Du, was auch einem jeden von uns gilt: „Selig bist Du, weil Du geglaubt hast, dass in Erfüllung gehen wird, was Dir vom Herrn gesagt wurde!“ – Maria, hilf uns, gläubig alles anzunehmen, was der Herr uns sagt, und laß uns einstimmen in Deinen Lobgesang: „Meine Seele preist die Größe des Herrn! Denn Er hat herabgeschaut auf die Niedrigkeit seiner Magd!“ Auch wir preisen Dich selig mit allen Geschlechtern und demütigen uns vor IHM allein; „denn Er stürzt die Mächtigen vom
Thron und erhöht die Demütigen!“

3 – Den Du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast.

Beten wir es wirklich gläubigen Herzens? Du, Maria, und Du, Josef, beteten IHN an, das menschgewordene Wort; die Hirten taten es, erleuchtet von der Botschaft des Engels; wenn wir es im Glauben nachvollziehen, müssen wir IHN auch finden in jedem Kind und jedem Menschen, weil ER weiterhin unter uns lebt als Erniedrigter, Ausgestoßener, Armer – in Ställen, Gefängnissen und auf Krankenlagern. Wenn wir IHN dort suchen und finden, dann können wir IHM die Ehre geben, dann werden wir auch den Frieden erhalten, der allen verheißen ist, die IHN lieben – dann müssen wir auch von IHM künden, wie es die Hirten nach dem Besuch der Krippe getan haben.

4 – Den Du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.

Maria und Josef, Ihr tatet es in vollem Bewusstsein, gabt gehorsam Gott, was IHM gehört, hieltet nicht fest, was Euch anvertraut war. Simeon und Anna erkannten im Heiligen Geist das Licht zur Erleuchtung der Heiden, aber auch den Eckstein des Widerspruches und sahen das Schwert voraus, das Dein Herz, Maria, durchbohrte. Schenken auch wir uns dem Herrn, weil wir wissen, dass nur durch diese vorbehaltlose Hingabe unser Opfer dem Herrn wohlgefällig wird.

5 – Den Du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

Maria, drei Tage suchtest Du gemeinsam mit Josef das Kind – welch ein Vorgeschmack von der Verlassenheit, die Dein Herz durchdrang, als Jesus einmal im Grabe lag! Und dann bewahrtest Du Sein Wort im Herzen: „Mußte Ich nicht in dem sein, was meines Vaters ist?“ – müssen nicht auch wir in dem sein und leben und wirken, was des Herrn ist? Dort werden wir IHN finden – in der täglichen, unauffällig mit Liebe erfüllten Pflicht eines verborgenen Lebens unseres Nazareth – und wer MICH liebt, sagt Christus, der Sohn Gottes und Mariens, hält wie Meine Mutter meine Gebote, liebt den Vater und Mich in den Brüdern und Schwestern in der Kraft und Lauterkeit des Heiligen Geistes!

(Text: Pater Dr. Herbert Douteil /Pater Herbert Douteil CSSp; seit 1979 Missionar in Brasilien in der Prälatur Alto Juruá (jetzt Diözese Cruzeiro do Sul) unter Indios, Gummischneidern und Siedlern; Ausbildung von Katecheten, Auf- und Ausbau des Systems der Gesundheitspflege. 1980–1993 Leiter des Kleinen und Großen Seminars der Spiritaner in Cruzeiro do Sul. 1994-2002 Professor für Philosophie, Anthropologie und Exegese am Großen Seminar der Diözese von Cruzeiro do Sul. Veröffentlichung von Missions- und katechetischen Handbüchern. Seit 2000 tägliche Radiosendungen. Seit 2003 Projekt „Jesuskind von Nazareth“ für behinderte Kinder. 2005-2010 Generalvikar der Diözese Cruzeiro do Sul. – Webseite – https://www.herbertdouteil.de/

Beachten Sie angesichts der „Amazonassynode“
seinen wichtigen Aufsatz:

Das wahre Bild der Kirche im Amazonasgebiet
PDF – amazonas Herbert Douteil FELS

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