BEICHTEN – 3 / Durch die Beichte zur Umkehr.

Wenn man sich der Sünde bewusst wird, muss man Gott danken, denn eine Sünde zu gestehen, bedeutet auch, den Glauben zu bekennen. Denn man spürt dann die Notwendigkeit, den Kurs zu ändern durch den Verzicht auf die verschiedenen Formen des Bösen (aber das ist die Buße) und zum Zustand der Gotteskindschaft zurückzufinden, von dem man sich entfernt hatte. Beginnen wir aber zunächst einmal, das Gewissen zu betrachten.

In der Bibel und in der Patristik steht „das Herz“ für die Affektivität, den Willen und die Vernunft oder auch für die Fähigkeit des Menschen, Dinge zu erkennen. Der hl. Maximus Confessor sagt, das Ziel sei es, Gott zu erkennen, zu wünschen und zu wollen. Wenn diese Einheit des Herzens zerbricht, geschieht die Sünde. Das „Herz“ entspricht also dem Gewissen. „Und das Gewissen ist der verborgenste Kern und das Heiligtum des Menschen, in dem er allein ist mit Gott, dessen Stimme in seinem Innersten widerhallt“ ( GS 16).

Das Gewissen ist ein Vernunfturteil, mit dem der Mensch den sittlichen Wert einer konkreten Handlung einschätzen kann. Für den Menschen, der Böses getan hat, ist der Gewissensspruch ein Unterpfand der Bekehrung und Hoffnung. Ein gut gebildetes Gewissen ist aufrecht und wahrhaftig. Dieses Gewissen artikuliert sein Urteil der Vernunft folgend entsprechend dem wahren Gut, das von der göttlichen Weisheit gewollt ist.

Ein jeder muss die Mittel anwenden, die geeignet sind, das eigene Gewissen zu bilden. Das Gewissen kann in Unkenntnis bleiben oder falsche Urteile fällen. Diese Unkenntnis und diese Fehler sind nicht immer frei von Schuld. Dies ist der Fall, wenn der Mensch sich nicht darum sorgt, die Wahrheit und das Gute zu suchen, wenn das Gewissen aufgrund der Gewohnheit zur Sünde fast blind wird (GS 16). Das Wort Gottes ist ein Licht auf dem Weg der Menschen, es muss im Glauben und im Gebet angenommen und in Handlung verwandelt werden. Auf diese Weise bildet der Mensch sein Gewissen (vgl. KKK 1795-1798; 1801-1802).

(Nicola Bux : Mit den Sakramenten spielt man nicht: Über eine fehlgeleitete Sakramentenpraxis)

In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden.

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