BEICHTEN – 8 / Die geistlichen Wirkungen der Beichte

Die Wirkungen des Sakraments sind vielfältig: die Versöhnung mit Gott, die Wiedererlangung der mit der Sünde verlorengegangenen Gnade, die Versöhnung mit der Kirche, der Nachlass der ewigen Strafe, die aufgrund der Todsünden verdient wäre, der Nachlass – wenigstens eines Teils – der Sündenstrafen, die Konsequenz der Sünde sind; der Friede und die Unbeschwertheit der Seele und der geistliche Trost; das Wachstum der geistlichen Kraft für den christlichen Kampf; die Vorwegnahme des Gerichts, dem wir am Ende unseres Lebens unterzogen sein werden (vgl. KKK 1470); der Frieden und die Freude eines neuen Lebens im Geist. Schlussendlich das Wachstum der geistlichen Kräfte für den guten Kampf im Glauben, mit der Hilfe der Kraft Gottes, die von der Eucharistie kommt. Viele Heilige beichteten häufig, um möglichst immer im Stand der Gnade zu sein.

Das „Heilmittel“, um nicht in die Sünde zu fallen und als gerettete und versöhnte Menschen zu leben, ist das Gebet. Durch das Gebet lässt der Geist Gottes uns anbeten, fragen, fürbittend eintreten, danken, loben. Besonders bewährt und empfohlen sind in der christlichen Tradition drei Gebetsformen: die mündliche, weil ich als Mensch die inneren Regungen zum Ausdruck bringen muss; die Meditation, die versucht zu verstehen, was Gott von mir will; die Kontemplation, ein auf Jesus gerichteter Blick im Glauben, das Hören auf das Wort Gottes, eine stille Liebe (vgl. KKK 2700-2724).

Das Gebet, vor allem des Psalms 50 „Miserere mei, Deus, secundum magnam misericordiam tuam“ und das Kyrie eleison, verbindet sich mit anderen Bußhaltungen wie Fasten und Almosen geben.

Also geh zur Beichte, nicht wann du Lust hast, denn es ist eine Sünde, die Barmherzigkeit abzulehnen; erkenne die Vermittlung eines Menschen wie du an; verstecke dich nicht hinter der Gemeinschaft, sie ersetzt dich nicht. Such dir einen Beichtvater aus, auch anonym. Mach also das Kreuzzeichen mit dem Priester und sage, wie viel Zeit seit der letzten Beichte verstrichen ist. Zähl die Sünden im Verhältnis zum Dekalog und den Kirchengeboten auf, den theologischen Tugenden und den Kardinaltugenden, den sehr empfohlenen Tugenden der Demut und Armut; dann höre auch das Urteil und nimm die Therapie oder Buße an, die du verrichten sollst (ein Gebet, ein biblischer Text zum Meditieren, ein Buch des hl. Alfons von Liguori, auch wenn es für manch einen Priester nicht mehr modern ist), sprich das Bußgebet, das sich im Katechismus findet, und empfange die Lossprechung. Antworte Amen und mach das Kreuzzeichen. Deswegen muss man persönlich beichten und nicht am Telefon oder im Internet. Denn die Bedingung, um von Gott angenommen zu werden, ist nicht die Reinheit als solche, sondern die Anerkennung der eigenen Sünden.

(Nicola Bux : Mit den Sakramenten spielt man nicht: Über eine fehlgeleitete Sakramentenpraxis)

Nicola Bux
Mit den Sakramenten spielt man nicht: Über eine fehlgeleitete Sakramentenpraxis
Edition Una Voce 2018
156 Seiten; 14,80 Euro.
ISBN: 978-3926377456

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