Missbrauch mit dem Kreuz

Am 11. November 2019 berichtete die Webseite „summorum-pontificum“, dass die „Messe des Bischofs von Rom zum Jahrestag der Einweihung seiner Kathedrale“ (Lateran-Basilika) wieder einmal mit einigen liturgischen Eigenheiten daherkam.

Es wird festgestellt, dass es, was keine wirklichen Neuigkeiten sind, „keine Kniebeugen des Papstes nach der Konsekration“ gab, sowie „auf dem Altar auch keine Kerzenleuchter und kein Kruzifix“ waren.

summorum-pontificum“ berichtet vom Fehlen des „bislang übliche Kruzifix auf dem Altartisch“. Man hatte „ein durchaus kostbares Kreuz unter dem Baldachin aufgehängt, bei dem allerdings zweifelhaft ist, ob es den Anforderungen an ein Kruzifix genügt, die ein Kreuz mit dem Korpus des leidenden Erlösers vorsehen“.

Solche Liturgien des Papstes würden in Rom „penibel geplant und durchgeführt“. Darum habe es Sinn, ganz genau hinzusehen, was da geschehen ist. Ob die fehlende Anwesenheit des Zeremoniars Guido Marin ausschlaggebend war bleibt dahingestellt.

Mehrere „Einzelheiten der Feier“ deuten jedoch „in Richtung Entsakralisierung“ schreibt „summorum-pontificum“: „Neben der betont schlichten Gewandung der Offizianten gab es da eine bemerkenswerte Evangelienprozession, zu der gleich drei Laien als Lektoren und Kantor im Bewegung gesetzt worden waren: Zwei Herren in allerdings vorbildlichen Anzügen und eine Dame betont sportlich mit Turnschuhen und Windstoßfrisur.

Der durchaus bekannte Blogger und Priester Father Zuhlsdorf bemerkte, „daß Franziskus seine Predigt nicht von der Kathedra seiner Kathedrale hielt, sondern vom gleichen Ambo, an dem Epistel und Evangelium vorgetragen worden waren“. Offenbar ist unter diesem Papst „die Kathedra nur noch Thron, Zeichen der Machtstellung, aber nicht mehr Sitz des Lehramtes“.

Muss man sich ob solcher Gegebenheiten, die im direkten Zusammenhang mit Papst Franziskus stehen, noch wundern, dass allerlei anderer und noch weitergehender und unsinniger, weil den Glauben und seine Symbole verunstaltender, Machenschaften, passieren? Soll man sich wirklich darüber wundern, wenn Priester sich eine Frau nehmen, oder einen Mann, oder -wie frevelhaft!- Mädchen oder Knaben? Muss man sich also wundern, wenn sich ein Priester in sein Büro, in dem er Menschen zum Gespräch empfängt, ein Kreuz mit einem Schweinekadaver aufhängt. Und muss man sich wundern, wenn der zuständige Bischof nicht einschreitet sondern an die Freiheit der Kunst appelliert?

Man muss sich nicht wundern!

Ein Katholik aus dem Bistum Aachen, der am 26.09.2019 einen Schweinekadaver an einem Kreuz entdeckte, war fassungslos. Nicht nur aus grundsätzlichen Gründen, sondern besonders, weil sich diese Blasphemie in der Citykirche in Mönchengladbach und in einem von dem Kirchenraum aus einsehbaren Bürozimmers des Pfarrers Simonsen befand.

Jener Gläubige kontaktierte die zuständige Pfarrei , dass es sich hierbei aus seiner Sicht um eine „hochgradige Blasphemie“ handele, „die Jesus Christus (und damit den dreieinigen Gott) in einer nie dagewesenen Weise beleidigt, das heilige Kreuzesopfer verunglimpft und mein persönliches Empfinden und meinen Glauben in ekeligster Weise verstört“.

Die knappe Antwort der Pfarrei war ein abgelehntes persönliches Gespräch und eine Weiterleitung seiner Kritik an den zuständigen Pfarrer Simonsen. Doch er scheint höchst zufrieden damit, den Tierkadaver in seinem Büro (sichtbar aus der Kirche heraus!) am Kreuz Christi hängen zu haben. Seine Antwort auf die Forderung, das Kreuz wieder herzustellen:

Sie werden deshalb – so hoffe ich – verstehen, dass mir gerade diese Interpretation des Kreuzes wertvoll und unverzichtbar ist und ich gern mit den Besucherinnen und Besuchern der Citykirche dank dieses Kreuzes in sehr tiefe und reflektierte Glaubensgespräche vertieft bin. […] Deshalb werde ich Ihrem Wunsch gewiss nicht nachkommen, dieses tiefe Glaubenszeichen meines und unseres Glaubens in der Versenkung verschwinden zu lassen.“ (E-Mail Antwort von Pfr. Simonsen, 29. September 2019)

Daraufhin versuchte unser Katholik sein Glück beim Bistum Aachen. Die Antwort von Dompropst Cremer lautete: „Meiner Ansicht nach, ist diese Darstellung provokativ, jedoch nicht würdelos.“ Er wies noch darauf hin, dass Bischof Helmut Dieser „gebeten habe“, „grundsätzlich in der Kommission für kirchliche Kunst einmal der Frage nachzugehen, wie Kunst als Eingriff in gewohnte Wahrnehmungen der Glaubensauseinandersetzung dienen“ könne.

Eine inzwischen formierte Gruppe von Katholiken, die diesem „Missbrauch“ nicht akzeptieren können, hat mit dieser Webseite Christus Rex https://christus-rex.de/ – für eine breite Öffentlichkeit gesorgt. Mit einer Petition (Unterschriftenaktion) sollen ebenfalls viele Menschen erreicht und sensibilisiert werden, damit sie mit Ihrer Unterschrift dafür beitragen, dass ein möglichst großer Widerstand nicht nur Bischof Dieser von Aachen veranlasst, Pfarrer Simonsen anzuweisen, den Schweinekadaver zu entfernen, sondern auch sein eigenes Verhältnis zur christlichen Kunst zu überprüfen.

Man muss sich nicht wundern!

Man muss sich wehren!

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2 Kommentare zu „Missbrauch mit dem Kreuz

  1. Nein, man muß sich nicht wundern. Wer die nachkonziliare Entwicklung leidenschaftslos betrachtet, wird sie mit einer schiefen Ebene vergleichen können. Wie eine Bergwerks-Lore rast die Kirche auf Schienen mittlerweile bergab, nachdem sie sich anfangs (nach dem ruckartigen Start durch die Liturgiereform) nur langsam bewegte. Am Beginn der Fahrt hatten die Konservativen noch die Augen fest verschlossen und wähnten, die Lore bewege sich überhaupt nicht, im Laufe der Zeit steigerte sich jedoch das Tempo. Die Konzilskonservativen machen seit einiger Zeit nur noch „gute Miene zum bösen Spiel“ und versuchen verzweifelt, irgendwie die Fahrt abzubremsen. Aber das Ende der Strecke nähert sich rasant…

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  2. Die Hl. Hildegard von Bingen hat’s vorausgesehen:
    „Im Jahr 1170 nach Christi Geburt lag ich lange krank danieder. Da schaute ich, wach an Körper und Geist, eine Frau von solcher Schönheit, daß Menschengeist es nicht zu fassen vermochte. Ihre Gestalt ragte von der Erde bis zum Himmel. Ihr Antlitz leuchtete von höchstem Glanz. Ihr Auge blickte zum Himmel. Bekleidet war sie mit einem strahlendhellen Gewand aus weißer Seide und einem Mantel, besetzt mit kostbaren Steinen. An den Füßen trug sie Schuhe aus Onyx. Aber ihr Antlitz war mit Staub bestreut, ihr Gewand an der rechten Seite zerrissen. Auch hatte der Mantel seine erlesene Schönheit verloren, und ihre Schuhe waren von oben her beschmutzt. Mit lauter klagender Stimme schrie sie zum Himmel hinauf: Horch auf, Himmel: mein Antlitz ist besudelt! Trauere, Erde: mein Kleid ist zerrissen! Erzittere, Abgrund: meine Schuhe sind beschmutzt!“
    Wer stellt sich heute die Kirche noch so strahlend schön vor, bei dem vielen Schmutz, der von innen und außer an ihr haftet? Am meisten betrüben mich immer die „von oben her beschmutzten“ Schuhe. Wir machen aus der Braut Christi eine alte, runzlige Frau, die am besten eine Windel tragen sollte.

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