Heiliger Clemens I. – 23. November

Clemens Romanus – Klemens von Rom

Nach der ältesten römischen Bischofsliste war Clemens Romanus der dritte Nachfolger des Petrus in der Leitung der römischen Christengemeinde und amtierte von um 91 bis um 101. Der Überlieferung nach wurde er um das Jahr 50 in Rom als Sohn eines gewissen Faustinus geboren, vom Apostelschüler Barnabas bekehrt und getauft und zu Petrus geführt, der ihn zu seinem Schüler machte und schließlich zum Priester weihte und zu seinem Nachfolger ernannte. Clemens aber, der auch den Apostel Paulus gekannt haben soll, ließ nach Petrus’ Tod den von der Gemeinde gewählten Führern Linus und Anaklet den Vorrang, damit nicht eine Gewohnheit entstünde, dass Vorgänger den Nachfolger bestimmen können.

Berühmt geworden sind zwei ihm zugeschriebene Briefe an die griechische Christengemeinde in Korinth (Peloponnes), in denen er zu Eintracht, Frieden und Ordnung mahnte. Die »Clemensbriefe« werden heute als Zeugnis für die frühe zentrale Stelle des Bischofs von Rom betrachtet und sind eine wichtige Informationsquelle über das Leben, die Lehre und die Organisation der frühen christlichen Kirche.

Clemens I., dem Evaristus im Amt nachfolgte (bis um 107; Heiliger), wurde später als Märtyrer verehrt. Sein Martyrium ist jedoch unsicher. Eine Legende aus dem 4. Jahrhundert berichtet, er sei unter Kaiser Trajan (98–117) mit vielen anderen Christen auf die Halbinsel Krim am SchwarzenMeer zu harter Arbeit in den Marmorbrüchen von Chersonesus (heute Sewastopol, Ukraine) verbannt und schließlich mit einem Anker um den Hals im Meer versenkt worden. Der Slawenmissionar Cyrillus (Heiliger) soll seine Gebeine im Jahre 869 nach Rom in die bereits im 4. Jahrhundert unweit des Kolosseums von einem reichen Christen namens Clemens gestiftete Kirche (heutige Unterkirche der im 12. Jahrhundert errichteten Basilika San Clemente) gebracht haben.

Clemens I. ist Kanonheiliger, d.h. ein Heiliger der katholischen Kirche, dessen Name im Messkanon genannt wird. Zudem wird er als „Apostolischer Vater“ bezeichnet. Diesen Titel tragen die als heilig verehrten Schüler der Apostel, die zwischen 50 und 150 n. Chr. lebten und deren Schriften für die Entwicklung der kirchlichen Tradition von großer Bedeutung waren.

Der heilige Clemens wird in päpstlichen Gewändern dargestellt. Seine Attribute sind: Tiara, Pallium, Kreuzstab (mit zwei oder drei Querbalken), Buch; Lamm und Quelle oder Brunnen (der Legende nach ließ er auf der Krim für die in den Steinbrüchen arbeitenden und unter Wassermangel leidenden Christen eine Quelle entspringen, auf die ein Lamm durch Scharren hingewiesen hatte); Anker oder Mühlstein um den Hals (Martyrium).

Er ist Patron der Steinmetze, Marmorarbeiter, Bergleute, Hutmacher, Seeleute, und Kinder; und er hilft gegen Kinderkrankheiten, bei Schiffbruch, Sturm, Gewitter und in Wassergefahren.

(vgl. Lexikon der Heiligen und Namenstage. Herder-V. 2010)

Clemens I. predigt (Mitte), ein Knecht führt Sisinnius weg (rechts), Knechte schleppen die Säulen fort (unten), Fresko, 11. Jahrhundert, in der Unterkirche von San Clemente in Rom – Foto: Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon.

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