1. ADVENT – Wann kommt das Weltgericht?

Über den genauen Zeitpunkt des Weltgerichtes wissen wir nichts, Tag und Stunde kennt der Vater allein. Aber es wird plötzlich kommen. Der hl. Lukas schreibt (Lk 17,26-30):

Wie es in den Tagen Noes zuging, so wird es auch gehen in den Tagen, da der Menschensohn kommt: Man aß und trank, man freite und ließ sich freien bis zu dem Tage, an dem Noe in die Arche ging. Da kam die Flut und vertilgte alle. Ebenso ging es in den Tagen Lots: Man aß und trank, man kaufte und verkaufte, man pflanzte und baute. An dem Tage aber, da Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle. Gerade so wird es sein an dem Tage, da der Menschensohn kommt.

Mein Gott, ist es nicht auch heute so? Lebt die Welt nicht so wie zu Noes und Sodoms Tagen? Wer denkt an Dein Gericht? Die Menschen scheinen den Schlaf des Todes zu schlafen. Weder Krankheit noch Kriege, noch Erderschütterungen, noch Katastrophen und Unglücke jeglicher Art rütteln die Menschen auf. Ihre Sinne sind von den Freuden und Geschäften der Welt wie benommen. Sie werden erst wach, wenn das Zeichen des Menschensohnes erscheint.

Glücklich der Mensch, der im Treiben der Welt nicht untergeht, sondern frei von ihren schlechten Grundsätzen über den Dingen steht.

O Herr, wie dankbar müssen wir Dir sein, dass Du uns vor der Welt bewahrt hast. Wenn wir aber Deiner Güte entsprechen wollen, müssen wir auch ständig auf der Hut sein, müssen den Tag erwarten, da Du zum letzten Mal kommen wirst. Dieser Tag wird uns nicht überraschen, wenn wir uns täglich durch Gebet und gute Werke rüsten.

(aus: Ludwig de Ponte. Meditationen zum Kirchenjahr)

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