Die katholische Tradition wächst – doch die Kirche wird zum Ableger von UNO-Agenturen

Erzbischof Nicola Bux:

Auf den Reisen durch Italien und ins Ausland stelle ich immer mehr fest, daß die Bewegung der katholischen Tradition nicht aufzuhalten ist – überall, in den großen wie in den kleinen Zentren. Die Gläubigen erkennen – ich meine jene, die die katholische Wahrheit kennen und daher wissen, wie man sie von Irrtum und Häresie unterscheidet –, daß das „Mahl“ der sogenannten Pastoral ein vergifteter Fleischkloß ist, und sie reagieren, indem sie sich zusammenfinden und auf die katholische Tradition zurückgreifen, die im Katechismus und in der Liturgie bewahrt wurde, insbesondere in jener, die Benedikt XVI. freigegeben hat.

Die Befreiungstheologie oder ihre Indio-Version hingegen verstärken, wie wir an den jüngst im Vatikan stattgefundenen Handlungen gesehen haben, den religiösen Relativismus – man denke an die Erklärung von Abu Dhabi –, entleeren den Glauben, lassen die Menschen zu Sekten abwandern und führen zum Götzendienst. Wer aber die katholische Lehre kennt, reagiert, indem er jenen folgt, „die den von den Aposteln überlieferten katholischen Glauben“ (Römischer Kanon), also die heilige Tradition bewahren. Sie ist, wie das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt, eine der beiden Quellen der Offenbarung. Auf sie wurde auch bei der Abfassung der Heiligen Schrift zurückgegriffen. Aus diesen beiden inspirierten Quellen ziehen wirkliche Katholiken die Normen des moralischen Lebens. Wenn die Kirchen sich leeren und die Zahl der standesamtlichen Trauungen und Lebensgemeinschaften zunimmt, bedeutet das, daß die Bischöfe und der Klerus sich nicht mit Wort und Tat um die Evangelisierung der Menschen bemühen, sondern mit der gesellschaftspolitischen Agenda, mit Migration und Klimawandel befassen, obwohl die Mehrheit der Katholiken das ablehnt, denn der erste zu stillende Hunger des Menschen ist die Sehnsucht nach Gott.

Die Kirche scheint zu einem Ableger der UNO-Agenturen zu werden, die an jeder Form von Relativismus interessiert sind, und denen es gefällt, daß die Kirche nicht mehr Jesus Christus verkündet, sondern vom „einen Gott“ spricht, obwohl der von Jesus geoffenbarte Gott dreieinig ist, und sich stattdessen um die Umwelt und die Indio-Kulturen kümmert.

Quelle: katholisches.info

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Der Lohn der Demut

(Donnerstag in der zweiten Adventswoche)

Nachdem die Heilige Jungfrau durch die Worte Gabriels die Ruhe ihres Geistes wiedererlangt hatte, klärte sie der Engel über das heilige Geheimnis noch mehr auf. Es sollte keine Dunkelheit in ihrer Seele zurückbleiben. Auch der letzte Zweifel sollte schwinden.

Und siehe“, sprach er zu ihr, „deine Base Elisabeth hat auch einen Sohn in ihrem Alter empfangen, und sie, die unfruchtbar genannt wurde, geht nun schon im sechsten Monat; denn bei Gott ist kein Ding unmöglich“ (Lk 1,36-37).

Der Engel wollte damit sagen, da Gott bei der Greisin Elisabeth dieses Wunder gewirkt hat, so sei überzeugt, dass auch du unbeschadet deiner Jungfräulichkeit einen Sohn wirst gebären können, der aber der eingeborene Sohn Gottes sein wird. Dem allmächtigen Gott ist nichts unmöglich. Für ihn ist das eine Wunder so leicht wie das andere.

Siehe, meine Seele, das war der Lohn der Demut Mariens. Gott erfüllte sie mit göttlichem Lichte, weil sie das Dunkel des Glaubens mit Ergebung betrat. Den Priester Zacharias ließ er dagegen stumm werden, um ihn für seinen Unglauben zu bestrafen. Demütigen und gehorsamen Seelen teilt er seine Wahrheiten mit, den stolzen und eigensinnigen enthält er sie vor.

Das sind Deine anbetungswürdigen Wege, mein Gott. Ich erkenne ihre Weisheit und Gerechtigkeit. „Du hast Deine Geheimnisse den Weisen und Klugen dieser Welt verborgen, den Kleinen aber offenbart“ (Mt 11,25). Im Geiste dieser evangelischen Verdemütigung bekenne ich, dass Dir, o Gott, nichts unmöglich ist. Mit dem ganzen Vertrauen, das der Glaube von mir fordert, bitte ich um die Gnade – trotz meiner Unfruchtbarkeit für das Reich Gottes – mich an solchen Werken reich zu machen. So unfruchtbares Land und Wüste ich auch bisher gewesen bin, Wüste des schlechten

(aus: Ludwig de Ponte. Meditationen zum Kirchenjahr)

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