Stets wie Gott will

(Freitag in der zweiten Adventswoche)

Als der Engel die Antwort der Jungfrau vernommen hatte, verließ er den Ort Nazareth und stieg wieder empor zu Gott, ohne nur einen Augenblick länger auf der Erde zu verweilen.

So soll sich auch jeder apostolische Mann, jedes Ordensmitglied, ja jeder Mensch benehmen. Sobald sie einen Auftrag vollzogen, die Arbeiten ihres Amtes erfüllt haben, sollen sie sich wieder zurückziehen. Sie sollen sich in die Einsamkeit begeben, dem Gebete und der Sammlung obliegen und für neue Aufträge bereit sein. Sind wir Ordensleute und bleiben ohne einen ausdrücklichen Befehl oder durch die Liebe gehalten in der Welt, so suchen wir geradezu die Gefahren für uns auf und können nicht mit der Gnade Gottes rechnen.

Wie aber der Engel, der zu Gott zurückgekehrt war, sogleich wieder bereit war, den Himmel zu verlassen, um eine neue Botschaft auszutragen, so muss auch eine gottgeweihte Seele bereit sein, sogleich wieder ihre Einsamkeit zu verlassen, wenn es Gott gefällt, um seine Ehre in der Welt zu verbreiten und seinen heiligen Willen zu verkündigen. Mein Gott, dank Deiner Güte fühle ich mich dazu bereit. Dein allerheiligster Wille soll meine Richtschnur sein. Dein Wohlgefallen sei die allgemeine Triebfeder meiner Regungen. Ich hoffe, auf diese Weise die beiden Klippen zu vermeiden, die mein geistliches Leben gefährden können: die Zerstreuung und die träge Untätigkeit.

(aus: Ludwig de Ponte. Meditationen zum Kirchenjahr)

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