Du bist gebenedeit unter den Weibern

(Freitag in der dritten Adventswoche)

Als Elisabeth Marias Stimme hört, wird auch sie vom Heiligen Geiste erfüllt, um ein Loblied auf Maria und ihr göttliches Kind zu singen: „Du bist gebenedeit“, sagt sie „unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!“ (Lk 1,2).

Welche Bescheidenheit spricht auch aus dem Staunen der älteren Frau: „Woher kommt mir diese Gnade, dass die Mutter meines Herrn mich besucht!“ (Lk 1,43) Man spürt endlich die ganze Glückseligkeit, die sie bei der Nähe der Gottesmutter empfand, wenn sie sagt: „Deine Stimme hat kaum an mein Ohr geklungen, als das Kind in meinem Leibe vor Freude aufhüpfte“ (Lk 1,44). Nicht zuletzt bestärkte der Heilige Geist die seligste Jungfrau in dem Glauben an die Worte des Engels, als Elisabeth zu ihr sagte: „Und selig bist du, da du geglaubt, denn alles wird in Erfüllung gehen, was dir vom Herrn gesagt worden ist“ (Lk 1,45).

So lehrt der Heilige Geist jene, denen er sich mitteilt, den Herrn zu loben und zu verherrlichen, seine Hoheit zu preisen, sich in seiner Gegenwart zu erniedrigen, mit lebendigem Dankgefühle seiner Gnade zu gedenken, ja, diese anderen Menschen mitzuteilen und ihre Umwelt in Erkenntnis und Liebe des Schöpfers zu befestigen.

Ziehen wir Nutzen aus dem Beispiel der hl. Elisabeth. Wenn Gottes Sohn in der heiligen Kommunion zu uns kommt, so wollen auch wir ihn mit den Worten begrüßen: Woher kommt mir diese unbegreifliche Gnade, dass mein Herr und Gott sich würdigt, mich mit seinem Besuche zu beehren, mich Armseligen und Unwürdigen? Doch ich will in der Liebe zu ihm wachsen und nicht mehr sündigen.

(aus: Ludwig de Ponte. Meditationen zum Kirchenjahr)

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