neu: SCHRIFTLESUNG – täglich ein Stück aus der Heiligen Schrift

Ab 1. Januar 2020 beginnen wir eine neue Serie:

SCHRIFTLESUNG

– täglich ein Stück aus der Heiligen Schrift.

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Heilige Schrift – Wichtigkeit und Notwendigkeit, sie zu kennen

Die heilige Teresa von Jesus (von Avila) schreibt am Ende ihrer Selbstbiografie (Das Buch meines Lebens) im letzten Kapitel (40) von einer ihrer Ektasen. Sie erkannte, dass bisher von ihr, aber nicht bloß von ihr, „die Wahrheiten der Schrift nicht in aller Klarheit erkannt“ würden. Kein Häkchen der Heiligen Schrift würde vergehen oder weggenommen. Dies soll uns sagen, dass alles in der Heiligen Schrift, im Alten wie im Neuen Testament, wichtig ist und notwendig. Alles bezieht sich aufeinander.

Heilige Teresa von Jesus:

1. Als ich eines Tages im inneren Beten weilte, war die Beseligung, die ich in meinem Inneren empfand, so groß, daß ich – eines solchen Gutes unwürdig – darüber nachzudenken begann, wie ich es eher verdient hätte, an dem Ort zu weilen, den es, wie ich gesehen hatte, in der Hölle für mich gab; denn wie ich schon gesagt habe, vergesse ich niemals, in welchem Zustand ich mich da erlebte.

Es begann sich meine Seele durch diese Betrachtung noch mehr zu entflammen, und es überkam mich eine derartige Geistesverzückung, daß ich es nicht sagen kann. Mir war, in jene Majestät, die ich andere Male schon erkannt hatte, eingetaucht und von ihr erfüllt zu sein. In dieser Majestät wurde mir eine Wahrheit zu verstehen gegeben, die der Inbegriff aller Wahrheiten ist. Wie, kann ich nicht sagen, weil ich nichts sah.

Man sagte mir, ohne daß ich sah, wer, doch erkannte ich, daß es die Wahrheit selbst war: Es ist nicht wenig, was ich hier für dich tue, sondern es ist eines der Dinge, deretwegen du mir viel verdankst. Denn der ganze Schaden, der der Welt entsteht, besteht darin, daß die Wahrheiten der Schrift nicht in aller Klarheit erkannt werden. Kein Häkchen von ihr wird vergehen (vgl. Mt 5,18).

Ich meinte, daß ich das schon immer geglaubt hatte, und daß alle Gläubigen es glaubten. Er sagte mir: Ach, Tochter, wiewenige lieben mich in Wahrheit! Denn wenn sie mich liebten, würde ich ihnen meine Geheimnisse nicht verbergen. Weißt du, was es bedeutet, mich in Wahrheit zu lieben? Zu verstehen, daß alles, was mir mißfällt, Lüge ist. In aller Klarheit wirst du das, was du jetzt nicht verstehst, an dem ersehen, was deiner Seele Nutzen bringt.

2. Und so habe ich es gesehen – der Herr sei gepriesen –, sodaß mir seitdem das, was ich nicht als auf den Dienst des Herrn ausgerichtet erlebe, so sehr als Nichtigkeit und Lüge vorkommt, daß ich es nicht so zu benennen vermöchte, wie ich es verstehe, dazu noch das Mitleid, das mir die verursachen, die ich voller Finsternis in dieser Wahrheit stehen sehe, und vielfachen weiteren Gewinn, den ich hier benennen, und vielfachen, den ich nicht werde benennen können. Der Herr sagte mir hier ein besonderes Wort überaus großen Wohlwollens. Ich weiß nicht, wie das zuging, weil ich nichts sah. Aber ich verblieb danach in einem Zustand, den ich genauso wenig benennen kann, mit größtem Starkmut, und in aller Wahrhaftigkeit, um die Heilige Schrift mit all meinen Kräften bis ins kleinste zu erfüllen. Ich glaube, daß sich mir nichts entgegenstellen könnte, was ich deshalb nicht durchstanden hätte.

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