Ignatius von Antiochien – 1. Februar

„Vor den Irrlehrern muß man sich hüten wie vor bösen Hunden;
Christus ist der wahre Arzt.“

Ignatius von Antiochien (35 – 117) ist einer der ersten großen Heiligen der frühen Kirche. Zudem ist er der erste Schriftsteller der Kirche, der nicht jüdischer Herkunft war, sondern aus dem Heidentum stammte. Er ist ein Bindeglied zwischen den Aposteln und der nachapostolischen Zeit. Der Tradition nach wird er als ein Schüler des Apostels Johannes gesehen und hat auch andere Apostel noch persönlich gekannt.

Als dritter Bischof von Antiochien ist er ein Nachfolger des Apostels Petrus, der erster Bischof von Antiochien war, bevor er als Bischof von Rom das Petrusamt begründete. Ignatius hatte das Bischofsamt von Antiochien vom Jahr 70 bis zu seinem Martyrium im Jahr 107 inne.

Ignatius ist bekannt durch seine Briefe. Über die Zeit vor seiner Bischofsweihe wissen wir nicht viel. Eine Legende sieht in ihm das Kind, das Jesus in Mt 18,2 in die Mitte der Jünger stellte, um ihnen ein Beispiel zu geben, wer im Himmelreich der Größte sei. Ob Ignatius Jesus wirklich begegnet ist, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, er selbst spricht nicht davon. Über den hl. Ignatius berichtet uns der hl. Polykarp von Smyrna und vor allem Eusebius in seiner Kirchengeschichte.

Unter Kaiser Trajan wurde Ignatius festgenommen und zum Tierkampf in der Arena verurteilt. Während seiner Reise als Gefangener auf dem Weg nach Rom hat Ignatius sieben Briefe geschrieben, die uns erhalten geblieben sind. Von Smyrna aus schrieb Ignatius vier Briefe an die Gemeinden von Ephesus, Magnesia, Tralles und Rom. Später schickte Ignatius von Troas aus drei weitere Briefe ab, an die Gemeinden von Philadelphia und Smyrna und an Bischof Polykarp. Über seine Fahrt nach Rom schreibt Eusebius:

Aus Syrien wurde Ignatius nach Rom geschickt und wegen seines Zeugnisses für Christus den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen. Während seiner Reise durch Kleinasien, unter strengster Bewachung, stärkte er in den einzelnen Städten, wo er haltmachte, durch Predigten und Mahnungen die Gemeinden, vor allem mahnte er sie inständig, sich vor den Häresien zu hüten, die sich damals zu verbreiten begannen. Und er legte ihnen dringend ans Herz, nicht von der Überlieferung der Apostel abzurücken.

Ignatius von Antiochien warnte vor der Irrlehrern.

Aus seinem Brief an die Epheser:

Es ist nämlich üblich geworden, daß einige in verwerflichem Truge zwar den (Christen-)Namen zur Schau tragen, aber andere Dinge tun, die Gottes unwürdig sind; diesen müßt ihr ausweichen wie wilden Tieren. Das sind nämlich wütende Hunde, die heimlich beißen; vor diesen müßt ihr euch hüten, da sie (ihre Bisse) schwer zu heilen sind.

„Einer ist der Arzt, fleischlich sowohl als geistig, geboren und ungeboren, im Fleische wandelnd ein Gott, im Tode wahrhaftiges Leben, sowohl aus Maria als aus Gott, zuerst leidensfähig, dann leidensunfähig, Jesus Christus unser Herr.“

Keiner soll daher euch verführen, wie ihr euch auch nicht verführen lasset; denn ihr gehöret ganz Gott. Wenn nämlich kein Streit bei euch eingedrungen ist, der euch quälen könnte, dann lebt ihr fürwahr Gott gemäß. Ein Sühnopfer für euch bin ich und werde auch geweiht für euch Epheser, die weitberühmte Kirche für ewige Zeiten.“

Lasset euch nicht irreführen, Brüder; die die Ehre eines Hauses schänden, werden das Reich Gottes nicht erben.

„Wenn nun Leute, die dem Fleische nach solches verübten, dem Tode verfallen sind, um wieviel mehr, wenn einer den Glauben Gottes durch schlechte Lehre schändet, für den Jesus Christus gekreuzigt worden ist? Wer sich dadurch befleckt hat, wird in das unauslöschliche Feuer wandern, ebenso der, welcher ihn hört.“

„Deshalb nahm der Herr Salbe auf sein Haupt, damit er der Kirche Unverweslichkeit zuwehe. Salbet euch daher nicht mit dem üblen Geruch der Lehre des Fürsten dieser Welt, damit er euch nicht aus dem zu erwartenden Leben weg in die Gefangenschaft führe.“

„Warum aber werden wir nicht alle (ohne Ausnahme) verständig, die wir doch die Kenntnis Gottes bekommen haben, das ist Jesus Christus? Warum gehen wir törichterweise verloren, da wir die Gnadengabe verkennen, die uns der Herr wahrhaft gesandt hat?

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