Unsere Liebe für die Kirche gestehen

Jeden Tag lobpreist unsere Seele und bewundert dieses unverdiente Geschenk, der Kirche dienen und sie lieben zu dürfen. Vor diesem Geheimnis verkünden wir mit dem heiligen Augustinus:

»O Geheimnis der Güte,
o Zeichen der Einheit,
o Band der Liebe!
Wer nach Leben verlangt,
findet hier, wo er lebe,
findet hier, wovon er lebe.
Er trete hinzu, er glaube,
er lasse sich einverleiben,
auf dass er mit Leben erfüllt werde.«

Wir wollen uns distanzieren von allem dem, was die Einheit der Kirche verletzen könnte. Die Streitereien, die politischen Manöver, die Machtspiele, die ideologischen Manipulationen und die Kritiken nützen dem Teufel, dem Entzweier, dem Vater der Lüge.

Einzig unsere Liebe zur Kirche hat uns dazu gebracht, für Euch zur Feder zu greifen.

Die Worte des heiligen Paulus hallen wie eine feierliche
Mahnung an alle Bischöfe:
»Ich beschwöre dich
bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden
Richter der Lebenden und der Toten […]. Verkünde das
Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe,
weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung!
Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die
gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen
Begierden Lehrer sucht, um sich die Ohren zu kitzeln;
und man wird von der Wahrheit das Ohr abwenden,
sich dagegen Fabeleien zuwenden.« (2 T im 4,1-4).

Wir erleben diese schwierigen und trüben Zeiten in Traurigkeit und Schmerz. Es gehörte zu unserer heiligen Pflicht, an die Wahrheit des katholischen Priestertums zu erinnern. Denn mit ihm wird die ganze Schönheit der Kirche infrage gestellt. Die Kirche ist keine bloß menschliche Organisation. Sie ist ein Mysterium. Sie ist die mystische Braut Christi. Das ist, woran unser priesterlicher Zölibat die Welt unaufhörlich erinnert.

Kardinal Robert Sarah. Aus der Tiefe des Herzens. 147

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