Wie die synodale Kirche aussehen könnte

Mit Licht und CD-Musik feiert sich die Gemeinde in der Grabeskirche

Schwalmtal ist eine in den siebziger Jahren des letzen Jahrhunderts künstlich gebildete Gemeinde im Westen Deutschlands. Heute leben hier etwa 19 000 Menschen. Im nördlichen Bistum Aachen gelegen gab es hier einst 6 katholische Pfarreien mit eigenen Pfarrkirchen. Die Bistumsleitung machte daraus einen ersten Prototyp zukünftiger Pfarreienpastoral. Mit der Zusammenlegung der zuvor selbständigen Pfarreien St. Michael, St. Maria Himmelfahrt, St. Georg, St. Anton, St. Gertrud und St. Jakobus entstand daraus eine „Gemeinschaft der Gemeinden“, aus der in einem „demokratischen Prozess“ die Pfarrei St. Matthias geschaffen wurde.

Selbstverständlich wurden „Gottesdienste“ immer schon und immer mehr „gestaltet“ und die Kreativität von Laien unter der Anleitung von Gemeinde- und Pastoralreferenten mit einbezogen. Priester wurden bald zum schmückenden, der Feierlichkeit wegen beibehaltenes Beiwerk. Ende des Jahres 2019 war es dann endlich so weit, dass der letzte Pfarrer in der Gemeinde einen Schlussstrich gezogen und seinen Hut genommen hat. Am 31.12.2019 feierte er den letzten Gottesdienst. Er hatte genug von besserwisserischen Gemeindemitgliedern und Gremien. Seither ist die Pfarrei verweist, was die Zuständigen Herren- und Damenschaften natürlich ganz anders sehen. Endlich können die schon seit Jahrzehnten regelmäßig gefeierten „Mit-neuen-Augen-sehen-Messen“ als Notwendigkeit „verkauft“ werden und die vollends gelungene Übernahme der katholischen Liturgie in Laienhand als das zukünftige Bild einer synodalen Kirche vorgezeigt werden. Übrigens erscheint bei „notwendigen Gottesdiensten“ als zuständiger Priester der Regionaldekan aus einer anderen Pfarreiengemeinschaft.

Dass bei all dem auch Menschen auf der Strecke geblieben sind, interessiert ohnehin niemanden. Viele gute Katholiken haben sich längst aus dieser Art neuer Kirche verabschiedet.

Die Kirche St. Anton machte man (obwohl es im Umkreis bereits mehrere davon gab) zu einer Grabeskirche, wodurch eine dauerhafte Finanzierung dieser „Kirchenimmobilie“ gesichert wird. Hier gibt es nicht nur Bestattungen, sondern auch „Gottesdienste“, Konzerte und Lichtinstallationen. Zur letzten Veranstaltung war zu lesen, dass sie großen Zuspruch gefunden habe, da an zwei Tagen rund 180 Menschen vorbeikamen.

Den Besuchern wurde „das Neue Testament anhand der Illumination“ gezeigt. „So wurden etwa zur Darstellung des Gartens Genezareth Zweige an die Wand projiziert und es waren Vogelstimmen zu hören.“ Das berichtete der Rheinischen Post der „technische Geschäftsführer in der Grabeskirche“.

Die ehemals schöne Kirche St. Anton, für deren Umbau weit über eine Million Euro investiert wurde, war nach dem „Motuproprio Summorum Pontificum“ von Papst Benedikt XVI. Gegenstand einer Anfrage an den damals zuständigen Pfarrer. In einen Gespräch mit einigen Teilnehmern lehnte er die Zulassung der Zelebration der tridentinischen Messe, die fortan „heilige Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus“ genannt wird, kategorisch ab. Auch die Überlassung der Kirche an eine private Initiative zum ständigen Gebrauch als katholische Kirche wurde abgelehnt.

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Ein Kommentar zu „Wie die synodale Kirche aussehen könnte

  1. Illustriert anschaulich, dass der angebliche „Priestermangel“ von klerikalen und laikalen Kirchenfunktionären lediglich vorgeschoben wird. Ein Vorgehen, für das im deutschsprachigen Süden der Begriff „hinterfotzig“ geprägt wurde, sagte doch bereits der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch vor über 10 Jahren (!), man betreibe nicht nur „Umbau aus Mangel“, sondern „Veränderung aus Einsicht“ (DT vom 24. Februar 2009, S. 4) mit anderen Worten: der Priester wird bewußt und gewollt durch Laien ersetzt.

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