Trappistinnen in Maria Frieden vor dem Ende

„Die Trappistinnen der Abtei Maria Frieden werden voraussichtlich 2021 ihr vertrautes Kloster in Dahlem/Eifel verlassen.“ Das habe die Gemeinschaft im Einvernehmen mit ihren Ordensoberen beschlossen. Das Kloster Dahlem sei für die Gemeinschaft zu groß und zu teuer geworden ….
Die Gemeinschaft habe entschieden, ihr Klosterleben künftig an einem neuen Ort fortzusetzen. Bis zum Ende des Jahres 2020 wollen die Schwestern nun „sehr gründlich schauen“, wo ihre Zukunft liegt.

Quelle: Wochenspiegel

Die Abtei „Maria Frieden“ wurde 1953 von der Abtei „Unserer lieben Frau“ von Koningsoord bei Tilburg/NL mit Unterstützung der Abtei „Maria Wald“ gegründet.

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Heiliger Johannes von Capistran – 23. Oktober

Johann, zu Capistrano im südlichen Neapel 1386 geboren, war der Sohn eines deutschen Edelmannes und genoß eine sehr sorgfältige, seinen ungewöhnlichen Geistesgaben angemessene Erziehung. Auf der Hochschule zu Perugia studierte er die kirchliche und bürgerliche Rechtswissenschaft und erwarb sich sich mit Auszeichnung die Doktorwürde. Ladislaus, König von Neapel, wandte dem jungen Advokaten seine besondere Gunst zu und ernannte ihn zum Richter in Perugia, welche Stadt er dem Papst weggenommen hatte. Johann erregte Aufsehen durch seine weise Klugheit und strenge Gerechtigkeitsliebe, die jedoch der Güte und Milde nicht entbehrte. Einer der vornehmsten reichsten Bürger der Stadt verlobte ihm seine einzige Tochter, aber die Hochzeit kam durch göttliche Fügung nicht zu Stande. Denn zu eben jener Zeit empörte sich Perugia gegen Ladislaus, um wieder unter dem Krummstab des Papstes zu wohnen. Johann, als treuer Diener des Königs, wollte mit den Feinden vermitteln, wurde aber von der Gegenpartei gefangen und in einen festen Turm geworfen, wo er mehrere Monate in Finsternis und Elend schmachtete. Seine Hoffnung, Ladislaus werde ihn befreien, war vergeblich. Da gab ihm die Verzweiflung Kraft, auszubrechen; allein weil er sich der Fußkette nicht zu entledigen vermochte, wurde er wieder eingefangen und grausam behandelt. Im Dunkel des Kerkers, im Lichte der Gnade sah er klar, daß es besser sei, auf Gott zu vertrauen als auf die Fürsten, daß die irdischen Hoffnungen, die zeitlichen Güter und die Gunst der Menschen nur eitles Schäumen und Träumen, daß er zum Dienst des ewigen Königs berufen sei. Solche Gedanken und eifriges Gebet zum Allmächtigen reiften in ihm den Entschluss, in den Orden des seraphischen Franziskus zu treten.

Um den Preis von 160 000 Franken erkaufte sich Johann die Freiheit, verteilte den letzten Rest seines Vermögens unter die Armen und bat – dreißig Jahre alt – um das Ordenskleid im Kloster bei Perugia; aber erst nach strengen Proben seiner Demut, erlangte er Aufnahme. Mit erstaunlicher Opferwilligkeit widmete er sich dem klösterlichen Beruf, eilte im Fasten und Wachen, im Gebets- und Bußeifer den Meisten voran, machte unter seinem Lehrer, dem hl. Bernhardinus (s. 20. Mai), in der Theologie wunderbare Fortschritte und empfing 1420 die Priesterweihe.

Die Obern übertrugen ihm das Amt eines Buß- und Fastenpredigers, das er fast vierzig Jahre lang in den meisten Ländern Europa`s bei Gläubigen, Irr- und Ungläubigen mit unbeschreiblichem Segen, aber auch mit unsäglicher Selbstaufopferung verwaltete. Von Capistrano bis Trient in Tirol werden wenige italienische Städte sein, in deren seine gewaltige Stimme nicht erscholl. Wo er – klein von Gestalt, bleich von Angesicht, abgezehrt wie ein dem Grabe Entstiegener – auf der Kanzel den Volksmassen sich zeigte und seine Stimme erscholl, da blieb kein Auge trocken, kein Herz ungerührt. Seine Predigten bewirkten nicht bloß, daß die Leute bußfertig sich mit Gott und den Mitmenschen aussöhnten und ihr Leben gründlich besserten, sondern daß sie auch an vielen Orten Spitäler, Armenhäuser, Klöster und andere wohltätige Stiftungen mit rührender Freigebigkeit errichteten. Der Zudrang des Volkes war so groß, daß selten ein Dom die Menge zu fassen vermochte und ihre Zahl bisweilen auf 80000 – 100000 stieg. Des außerordentlichen Ansehens und der gotterleuchteten Weisheit dieses Bettelmönches bedienten sich die Päpste Martin V. und Eugen VI., um durch ihn das damalige Sektenwesen der Fraticelli (Fraticellen) auszurotten, wichtige Geschäfte an den Höfen von Frankreich, Burgund, Savoyen und in verschiedenen Staaten Italiens zu erledigen. Gleichzeitig förderte er in seinem Orden die gelehrten Studien, die genaue Beobachtung der heiligen Regel und erzielte durch sein sechsjähriges unverdrossenes Arbeiten die Heiligsprechung seines teuren Lehrers Bernhardinus.

In Folge der Überanstrengung und der verpesteten Luft erkrankte Johann und wurde nach Illok in bessere Verpflegung gebracht. Ungarns König Ladislaus kam von Wien an sein Krankenbett, um das teure Leben noch länger zu erhalten; aber der König des Himmels holte ihn ab in die ewige Ruhe am 23. Oktober 1456. Die Trauer war allgemein: alle Städte Deutschlands und Italiens, wo er gepredigt, hielten ihm Totenämter, Ungarn ehrte ihn als einen Heiligen und wallfahrtete zu seinem Grabe, wo zahlreiche Wunder geschahen. Papst Leo X. gestattete sofort seine Verehrung zu Capistrano, Alexander VIII. kanonisierte ihn 1690, jedoch erst Benedikt XIII. veröffentlichte 1724 die Bulle seiner Heiligsprechung. –

(aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881; 787-790)

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