Sorge und Befremden

„Mit brennender Sorge und steigendem Befremden
beobachten Wir seit geraumer Zeit
den Leidensweg der Kirche,
die wachsende Bedrängnis
der ihr in Gesinnung und Tat treu bleibenden Bekenner und Bekennerinnen
inmitten des Landes und des Volkes, dem St. Bonifatius einst
die Licht- und Frohbotschaft von Christus und dem Reiche Gottes gebracht hat.“

Papst Pius XI. – Enzyklika „Mit brennender Sorge“
Palmsonntag, den 14. März 1937

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Der heilige Benedikt – 21. März

Die ersten und letzten Worte meiner Regel lauten:
Höre … und du wirst hinkommen.“

Um das Lebensziel zu erreichen, ist also das Hören unabdingbar. Ein bewusstes Hinhorchen, mit dem Ohr des Herzens. In erster Linie auf Christus, der uns täglich aufruft:
Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.

Die Weiterführung des Hörens ist der Gehorsam, der uns aus Selbsttäuschung befreit und uns bewahrt vor Borniertheit und Eigensinn. Mir ist ein Anliegen, dass die Brüder nicht nur mir als Abt gehorchen, sondern dass ich in allen wichtigen Dingen ihren Rat einhole, gerade auch den Rat der Jüngeren.

Besonders den Ehepaaren und Familien ans Herz legen möchte ich den gegenseitigen Gehorsam.

Auf diesem Weg des Gehorsams werden sie zu Gott gelangen.

(Pater Bruno Rieder OSB im Gespräch mit dem hl. Benedikt;
in: „Gehorsambefreit aus Selbsttäuschung“;
Die Tagespost 19.3.2020)

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Das Aufgezwungene in Freiheit leben

„Was bedeutet das in dieser aktuellen Situation?

Dass wir sie in Freiheit leben können, auch wenn sie uns aufgezwungen ist.

Freiheit heisst nicht, immer und überall auswählen können, was man will. Freiheit ist die Gnade wählen zu können, was unserem Herzen Erfüllung zu schenken vermag, selbst wenn uns alles weggenommen wird. Sogar wenn uns die Freiheit genommen wird, bewahrt und schenkt uns die Gegenwart Gottes die höchste Freiheit, vor ihm innezuhalten, ihn zu erkennen als den anwesenden Freund. Das ist das grossartige Zeugnis der Märtyrer und aller Heiliger.“

P. Mauro-Giuseppe Lepori OCist,
Generalabt der Zicterzienser

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Heiliger Josef – 19. März

Sei gegrüßt, Heiliger Josef.
Dich verehre ich voll kindlichem Vertrauen,
der du all deine Gedanken und Sorgen dahin gerichtet hast,
Jesus und Maria zu ernähren und zu beschützen
und das Hauswesen aufs beste zu führen.
Keine Arbeit und Mühe hast du gescheut,
deine Kraft Tag und Nacht für Jesus und Maria einzusetzen.
Daher bitte ich dich, Heiliger Josef,
wende mir dein väterliches Herz zu
und komm mir in meinem Anliegen zu Hilfe.
Erhöre mein Flehen
und lass mich deiner Fürsprache teilhaftig werden,
soweit der Wille Gottes darin erfüllt wird,
dem ich mich vorbehaltlos unterwerfe.
Amen.

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Über die vollkommene Reue

Wenn du in Sünden gefallen – dann die vollkommene Reue

Was soll ich tun, wenn ich schwer gesündigt habe, wenn ich gar sterben muß und nicht mehr beichten kann?

Vor allem nicht verzweifeln, sondern vertrauen und bereuen! So tief ist niemand gesunken, daß er nicht durch Gottes Gnade und Jesu Blut gerettet werden könnte. Vertraue auf die unendliche göttliche Barmherzigkeit, die für dich am Kreuze verblutete. Bedenke es, daß die Wunden des gekreuzigten Heilandes der ergreifendste Ausdruck einer unendlichen Liebe und Güte sind, und bereue dann aus Liebe zu Gott alle deine Sünden, indem du mit heiligem Ernste betest:

„Mein Herr und mein Gott! Ich bereue alle meine Sünden, weil ich Dich, die ewige, unendliche Liebe und Güte, beleidigt habe. Ich bin fest entschlossen, nach Deinem heiligen Willen zu leben und zu sterben.
Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz, und das ist mir der größte Schmerz, daß ich betrübt Dich, höchstes Gut; o wasch mich rein in Deinem Blut.“

Oder kurz: Mein Jesus, Barmherzigkeit.

Im Augenblick höchster Gefahr kann der Gedanke „Jesus“ genügen.

Durchdrungen von dieser Gesinnung kannst du jeden Augenblick mit Gott versöhnt und wieder ein Kind Gottes werden. Denn die Liebe zerstört die Sünde und bringt die Gnade wieder. Diese Liebesreue schließt den Entschluß ein, wenigstens die schweren Sünden bei der nächsten Beichte zu bekennen. Könnte man aber nicht mehr beichten, so wäre man doch gerettet.

Aus: Hw. H. Pfr. Alfons Maria Weigl, „Gebetsschatz“ (erschienen mit kirchlicher Druckerlaubnis)

Ecce Homo Gnadenbild, Pfarrkirche von Pielenhofen – http://www.kathtube.com/player.php?id=21843

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Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta

Zweimal in der Fastenzeit beten die byzantinischen Christen den großen Bußkanon des heiligen Andreas von Kreta: – in mehreren Teilen am Aschermittwoch und den folgenden Tagen; sowie als Ganzes am Donnerstag vor dem 5. Sonntag der Fastenzeit. – Auch Katholiken stünde es gut zu Gesicht, dieses Bußgebet zu verrichten. Es führt die gläubigen Beter zurück auf den Grund ihrer von der Erbsünde so stark geprägten menschlichen Schwachheit. Die Sünde ist Bestandteil des Lebens, die sie ohne Erkenntnis, ohne Bekenntnis und Reue, aber auch ohne die Barmherzigkeit Gottes nicht überwinden können. Die ungeordneten Leidenschaften und Begierden müssen überwunden werden. Christus liebt das reine Herz; der Sünder muß sich bekehren, er muß umkehren. Die Ostkirche bietet den Gläubigen großartige Möglichkeiten dazu. Mehr als in der lateinischen Kirche wird das Fasten und die Buße hervorgehoben und praktiziert. Und immer gehören neben langen Gebeten weitere äußere Zeichen dazu, die den ganzen Menschen fordern. Es ist ja nicht nur der Geist, der sich bekehren soll, sondern auch der Leib, der das Werkzeug des Menschen ist. So wird auch der Leib, etwa durch vielfache Niederwerfungen und durch Bekreuzigungen mit hineingenommen in die Gebetsformen und Liturgien der Ostkirche. – Mit diesem „Buß- und Reuelied“ des heiligen Andreas können Christen aller Konfessionen getrost sich dem Herrn hingeben und mit Ihm hinausgehen auf die Straßen Jerusalems, um mit Ihm den Berg Golgotha zu besteigen. Christus ist der Retter und Erlöser.

Beten wir gerade jetzt den große Kanon des heiligen Andreas!

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Wer ist Andreas von Kreta

Andreas wurde um 660 in Damaskus in Syrien geboren. Als er 15 Jahren alt war, trat er in Jerusalem in das Grabeskloster ein. Er wird Diakon in der kirchlichen Verwaltung von Konstantinopel. Von Patriarch Theodor I. wird er beauftragt, Kaiser Konstantinus Pogonatus zu bewegen, das 3. Konzil von Konstantinopel abzuhalten, auf dem er den Patriarchen vertritt. 692 wird Andreas zum Metropoliten von Gortyna auf Kreta ernannt. Er wurde be-rühmt wegen seiner Predigten und Schriften, ebenso als Verehrer der Ikonen. Andreas war ein großer Hymnologe. Sein Großer Kanon ist ein Bußgesang mit 250 Strophen. Noch heute wird er in der griechischen Kirche am Donnerstag der fünften Fastenwoche gesungen. Andreas von Kreta ist ein Heiliger der ungeteilten Christenheit. In der Ost- wie in der West-kirche ist sein Gedenktag der 4. Juli, an seinem wahrscheinlichen Todestag (740 od. 720).

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Zuflucht

Brüder! Suchen wir doch Zuflucht bei Jesus!
Er ist eine feste Burg, wo wir keinen Feind zu fürchten
haben! Ja, könnten wir nur schon für immer dort wohnen!
Doch das kann vorerst noch nicht sein. Was uns aber jetzt
Vorübergehend Zuflucht bietet, das wird einst unsere
Dauernde Wohnung sein, unser ewiges Daheim!
In jeder Versuchung, Bedrängnis und Not steht
diese Zuflucht uns bereit.
Der Mutter Arme sind weit ausgebreitet, die
Felsenklüfte nehmen uns auf, das
erbarmungsvolle Herz
unseres Erlösers steht uns offen!

Bernhard von Clairvaux

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Wie die synodale Kirche aussehen könnte

Mit Licht und CD-Musik feiert sich die Gemeinde in der Grabeskirche

Schwalmtal ist eine in den siebziger Jahren des letzen Jahrhunderts künstlich gebildete Gemeinde im Westen Deutschlands. Heute leben hier etwa 19 000 Menschen. Im nördlichen Bistum Aachen gelegen gab es hier einst 6 katholische Pfarreien mit eigenen Pfarrkirchen. Die Bistumsleitung machte daraus einen ersten Prototyp zukünftiger Pfarreienpastoral. Mit der Zusammenlegung der zuvor selbständigen Pfarreien St. Michael, St. Maria Himmelfahrt, St. Georg, St. Anton, St. Gertrud und St. Jakobus entstand daraus eine „Gemeinschaft der Gemeinden“, aus der in einem „demokratischen Prozess“ die Pfarrei St. Matthias geschaffen wurde.

Selbstverständlich wurden „Gottesdienste“ immer schon und immer mehr „gestaltet“ und die Kreativität von Laien unter der Anleitung von Gemeinde- und Pastoralreferenten mit einbezogen. Priester wurden bald zum schmückenden, der Feierlichkeit wegen beibehaltenes Beiwerk. Ende des Jahres 2019 war es dann endlich so weit, dass der letzte Pfarrer in der Gemeinde einen Schlussstrich gezogen und seinen Hut genommen hat. Am 31.12.2019 feierte er den letzten Gottesdienst. Er hatte genug von besserwisserischen Gemeindemitgliedern und Gremien. Seither ist die Pfarrei verweist, was die Zuständigen Herren- und Damenschaften natürlich ganz anders sehen. Endlich können die schon seit Jahrzehnten regelmäßig gefeierten „Mit-neuen-Augen-sehen-Messen“ als Notwendigkeit „verkauft“ werden und die vollends gelungene Übernahme der katholischen Liturgie in Laienhand als das zukünftige Bild einer synodalen Kirche vorgezeigt werden. Übrigens erscheint bei „notwendigen Gottesdiensten“ als zuständiger Priester der Regionaldekan aus einer anderen Pfarreiengemeinschaft.

Dass bei all dem auch Menschen auf der Strecke geblieben sind, interessiert ohnehin niemanden. Viele gute Katholiken haben sich längst aus dieser Art neuer Kirche verabschiedet.

Die Kirche St. Anton machte man (obwohl es im Umkreis bereits mehrere davon gab) zu einer Grabeskirche, wodurch eine dauerhafte Finanzierung dieser „Kirchenimmobilie“ gesichert wird. Hier gibt es nicht nur Bestattungen, sondern auch „Gottesdienste“, Konzerte und Lichtinstallationen. Zur letzten Veranstaltung war zu lesen, dass sie großen Zuspruch gefunden habe, da an zwei Tagen rund 180 Menschen vorbeikamen.

Den Besuchern wurde „das Neue Testament anhand der Illumination“ gezeigt. „So wurden etwa zur Darstellung des Gartens Genezareth Zweige an die Wand projiziert und es waren Vogelstimmen zu hören.“ Das berichtete der Rheinischen Post der „technische Geschäftsführer in der Grabeskirche“.

Die ehemals schöne Kirche St. Anton, für deren Umbau weit über eine Million Euro investiert wurde, war nach dem „Motuproprio Summorum Pontificum“ von Papst Benedikt XVI. Gegenstand einer Anfrage an den damals zuständigen Pfarrer. In einen Gespräch mit einigen Teilnehmern lehnte er die Zulassung der Zelebration der tridentinischen Messe, die fortan „heilige Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus“ genannt wird, kategorisch ab. Auch die Überlassung der Kirche an eine private Initiative zum ständigen Gebrauch als katholische Kirche wurde abgelehnt.

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