Hl. Maria Magdalena Pazzi, Karmelitin – 29. Mai

(1566-1607) – Maria Magdalena von Pazzi wurde 1566 als Tochter einer vornehmen Familie in Florenz geboren und wurde auf den Namen Catharina getauft. Schon früh zeigten sich Spuren ihrer späteren Heiligkeit. Bereits im Alter von acht Jahren gelobte sie, Nonne zu werden.

Es heißt, dass sie ein gesprächiges und fröhliches Kind war, doch sie hatte wenig Gefallen an den Spielen der Kinder. Viel lieber lernte sie selbst und schon mit sieben Jahren versammelte sie andere Kinder um sich, um ihnen Unterricht zu geben. Schon in ihrer Kindheit lerne sie das betrachtende Gebet und war manchmal so in die Betrachtung vertieft, dass sie nicht mehr merkte, was neben ihr geschah.

Ihr Wunsch war ein Leben in Reinheit. Sie wollte die Sünde meiden und war betrübt, wenn ihr das nicht gelang. Über ein einziges böses Wort konnte sie ganze Nächte weinen. Bereits mit zwölf Jahren gelobte sie beständige Jungfräulichkeit. Damals fing sie auch an, strengere Bußwerke auf sich zu nehmen und Enthaltsamkeit zu üben in Schlaf, Essen, Trinken und Reden. Sie wollte freiwillig Leiden auf sich nehmen und ihren Eigenwillen abtöten. Eines Tages setzte sie sich aus Liebe zu Jesus, der für uns so viel gelitten hat, eine aus Binsen gefertigte und mit Dornen durchflochtene Krone auf.

1583 trat sie im Alter von 16 Jahren in den Karmel „Santa Maria degli Angeli“ im Umland von Florenz ein und nahm den Namen Schwester Maria Magdalena an. Doch im nächsten Jahr erkrankte sie schwer. Da sie fürchtete, sie könne sterben, bevor sie die ersehnte Ordensprofess ablegen konnte, bat sie, diese vorzeitig ablegen zu dürfen und band sich so am 27. Mai 1584 mit den Gelübden der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams ganz an ihren himmlischen Bräutigam. Wegen ihrer schweren Krankheit musste sie zu dieser Feier in die Kirche getragen werden.

Nach ihrer Profess wurde ihr eine zweistündige Ekstase zuteil, ihr von Krankheit gezeichnetes Gesicht verschönerte sich und die Wangen wurden rot wie frische Rosen. Ihre auf das Kreuz gerichteten Augen glühten und sie erschien nicht mehr als die blasse, kranke Schwester Maria Magdalena, sondern wie ein aus dem Paradies gesendeter Engel. In der Folgezeit wurden ihr mehrmals solche ekstatischen Zustände zuteil. Dabei sprach sie laut und beschrieb das, was sie schaute. Ihre Worte wurden von ihren Mitschwestern schriftlich festgehalten.

Den Höhepunkt bildeten im Jahr 1585 acht Tage außerordentlicher Ekstasen in der Zeit zwischen dem Vorabend des Pfingstfestes bis zum Dreifaltigkeitsfest (die Zeit der bis zum 2. Vatikanum gebräuchlichen Pfingstoktav). Sie geben Zeugnis von der tiefen Einsicht der Mystikerin in das tiefe Geheimnis der Erlösung von der Menschwerdung Jesu bis zur Sendung des Heiligen Geistes.

Es folgen fünf Jahre der inneren Reinigung. Wie viele große Heilige machte sie in dieser Zeit die Erfahrung großer Gottferne. Dem Überschwang göttlicher Nähe in den Ekstasen folge eine Zeit geistiger Trockenheit und der Versuchungen. Sie sagte oft, es gebe gar keine Art der Versuchung, die sie nicht erfahren hätte. Doch fehlte es nicht an hellen Augenblicken. In dieser Zeit entwickelte sie einen leidenschaftlichen Eifer für die Erneuerung der Kirche.

Am Pfingstfest des Jahres 1590 hatte ihre harte Prüfung ein Ende. Maria Magdalena widmete sich nun ganz dem Dienst an der klösterlichen Gemeinschaft. Sie war für die Ausbildung der Novizinnen zuständig. Auch Krankenheilungen werden von ihr berichtet. Eine bereits im Sterben liegende Ordensschwester und eine andere, die an Aussatz litt, wurden durch ihr Gebet wieder gesund. Ihre besondere Gabe wurde auch außerhalb der Mauern des Konventes bekannt, obwohl sie diesen nie verließ.

„O Liebe, o Liebe!“ rief Schwester Maria Magdalena oft. Ihre tiefe Liebe zu Jesus Christus wollte sie auch ihren Mitschwestern ans Herz legen. Um zu den Gebetszeiten im Kloster zu rufen, soll sie oft selbst die Glocke geläutet haben und ihre Mitschwestern gerufen haben: „Kommt, um die Liebe zu lieben!“

O Liebe, o Liebe! Gib mir eine Stimme, die dich als die Liebe verkünde, lass mich dich, die Liebe, so laut ausrufen, dass ich im Osten und Westen, durch alle Teile der Welt bis hinab in die Tiefe gehört werde, dass man dich als die wahre Liebe überall erkenne und ehre.
O Liebe, o Liebe! Wie wenig bist du gekannt, wie wenig geliebt! Aber wenn du, o Liebe, nirgends Ruhe findest, so komm zu mir, ganz wie du bist, ich will dich gut aufnehmen. O Seelen, warum liebet ihr die Liebe nicht, die euch geschaffen hat! Was ist die Liebe, wenn nicht Gott? Ja, Gott ist die Liebe. O Liebe, du vertilgst mich, du zehrst mich auf, du machst mich sterben und doch lebe ich!

Sie war voll Liebe zu allen Menschen, zu den Sündern und Ungläubigen. Für sie betete sie. Sie wünschte sich, dass sich durch das Gebet der Schwestern so viele Menschen bekehren, wie „wir Schritte durchs Kloster machen, oder so viele, wie wir im Chorgebet Worte aussprechen.“ Viele Bußübungen und lange Gebete verrichtete sie für die Rettung der Sünder. Auch für die armen Seelen litt und betete sie.

Ihr sehnlichster Wunsch war es, Christus, ihrem Bräutigam, immer ähnlicher zu werden. Diese Ähnlichkeit sah sie besonders im Leiden und sie sollte daran immer mehr Anteil erhalten. Die letzten drei Jahre ihres Lebens wurden zu einem wahren Leidensweg. Wegen einer sich immer mehr verschlimmernden Tuberkulose musste sie sich aus dem Leben der Gemeinschaft zurückziehen. Sie trat immer mehr ein in das reine Leiden aus Liebe zu Gott.

Im Jahr 1607 wurde ihr Zustand immer bedenklicher. Sie sah ihr nahes Ende voraus. Sie mahnte ihre Mitschwestern, beständig um ihr Heil besorgt zu sein und legte ihnen besonders drei Dinge ans Herz: dass sie die Regel treu beachten, dass sie die Armut lieben, und dass sie die gegenseitige Liebe bewahren. Am 25. Mai 1607, einem Freitag, verstarb sie. Bei ihrem Tod soll sich ein tiefes Gefühl des Glückseligkeit im Kloster verbreitet haben.

Schon bald nach ihrem Tod setzte die Wallfahrt zu ihrem Grab ein. 1669 wurde sie heilig gesprochen. Ihre Zelle ist bis heute eine Kapelle, in der immer noch ihre Gegenwart spürbar ist. Bis heute geschehen viele Heilungen an diesem Ort.

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