Die Sekte heißt „Deutsche Nationalkirche“

Peter Winnemöller hat am 15. Juni in seinem Montagskick bei kath.net Stellung bezogen zur Aussage von Bischof Dieser aus Aachen: „Wenn der Synodale Weg scheitert, werden wir zu einer Sekte„. Winnenmöllers Antwort lautete: „Dann sind wir wohl schon eine Sekte„.

Kneipengottesdienst: 200 Gäste beten mit Bischof Dieser bei „Heute beim Bier“ – Foto: https://www.bistum-aachen.de/aktuell/nachrichten/nachricht/200-Gaeste-beten-mit-Bischof-Dieser-bei-Heute-beim-Bier-00001/

Der Wahlspruch von Bischof Dieser, der seit 2016 Diözesanbischof in Aachen ist, lautet:

Pax Dei omnem sensum exsuperat.
Der Friede Gottes übersteigt alles Verstehen“.

Offenbar ist es nur möglich, die Aussagen dieses Bischofs zu verstehen, wenn man  selbst ganz im Frieden Gottes beheimatet ist.

Auszüge aus dem Beitrag von Peter Winnenmöller:

Wie die meisten Bischöfe unserer Tage versteht sich Bischof Dieser darin, nicht die Lehre der Kirche in Fragen der Sittenlehre offensiv zu verkündigen und gegen Anfechtungen zu verteidigen. Vielmehr sucht der Bischof den Ausweg darin, die Sünde zu relativieren. Gerade der Komplex rund um das sechste Gebot ist heftig umkämpft. Das war schon immer so und wird auch bis zur Parusie so bleiben. Die Kirche lehrt, dass jede sexuelle Handlung außerhalb der Ehe sündig ist. Der säkularen Gesellschaft ist das ein Dorn im Auge.

Unter dem öffentlichen Druck in Folge der kriminellen pädophilen Handlungen einer ganzen Reihe von Klerikern sieht sich der Episkopat offensichtlich genötigt, über Frauen, Sex, Macht und Amt zu diskutieren. Das Problem an der Sache ist nicht die Diskussion. Das Problem ist auch nicht die Synodalität. Eine Synode ist ein geistlicher Prozess in der Kirche, um in einer Frage der Lehre oder der Praxis der Kirche die Wahrheit zu erkennen. Im Gegensatz dazu ist der synodale Weg von DBK und „ZdK“ eine Diskussionsveranstaltung mit dem Ziel die Lehre der Kirche in einigen Punkten zu dekonstruieren und dem Zeitgeist anzupassen. Dazu gehört auch die angebliche Macht in der Kirche.

Wer in den letzten Wochen aufmerksam war, konnte feststellen, das Bischöfe ganz ohne ihre sonst unverzichtbaren (Diözesan-)Räte und sogar ohne die diözesane Genderbeauftragte zu fragen, die Kirchen dicht machen und die Gläubigen aus dem Messen ausschließen. Das Coronainterdikt ist von keinem einzigen der ansonsten unverzichtbaren Gremien abgesegnet worden. Alle Entscheidungen sind top-down, d.h. streng entlang der kirchlichen Hierarchie gefällt worden. Die Entscheidungen müssen einem nicht gefallen. Klar ist aber, wer im Fall der Fälle in der Kirche entscheidet: Der Bischof, bzw. derjenige, den der Bischof dazu beauftragt. So viel zum Thema Macht. Man könnte eines von vier Foren schließen.

Das Amt in der Kirche ist nur so lange interessant, wie es gut dotiert ist und mit Einfluss und Ansehen zu tun hat. Wir haben, wie aus informierten Kreisen zu erfahren ist, Rekordaustrittszahlen in 2019, die in 2020 einzelnen Amtsgerichten zu Folge noch überboten werden. Wir werden erleben, wie nun, auf Grund der wegbrechenden Kirchensteuer ein Bistum nach dem anderen die finanzielle Reißleine zieht. Laien im kirchlichen Dienst werden sich daran gewöhnen müssen, dass ihr Posten unter Finanzierungsvorbehalt steht. Ob dann das Amt noch interessant ist, bleibt abzuwarten.

Der synodale Weg von DBK und „ZdK“ war dem Grunde nach schon gescheitert, bevor er richtig begonnen hatte. Mitgenommen auf dem Weg wurden nur die sogenannten reformorientierten Kräfte, die durch Verbands- und Diözesanfunktionäre repräsentiert werden. Mit Beginn der Krise war der Funktionärsapparat dann plötzlich verschollen. Durch Fehlentscheidungen haben die Bischöfe dazu beigetragen, dass die Kirche nun endgültig als systemirrelevant angesehen werden kann. Der Einbruch der Kirchensteuer und der Mitgliedszahlen geben der Kirche in diesem Land den Rest. Kein Zweifel, wir werden in den kommenden Jahren mit vollem Mediengetöse den synodalen Weg samt Rahmenprogramm genießen dürfen. Das wird so weiter gehen, solange man sich das Spektakel noch leisten kann. Inhaltlich ist dieser Irrweg längst gescheitert.

Eine Sekte ist die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche deshalb nicht. Die deutschkatholische Reformgruppe, wie auch immer sie sich nennen wird, dürfte dagegen weitaus eher Sektencharakter ausbilden.

Quelle und ganzer Artikel: kath.net

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Ein Kommentar zu „Die Sekte heißt „Deutsche Nationalkirche“

  1. Die offizielle Kirchenstruktur in Deutschland ist so unaufhaltsam wie offenkundig auf dem Weg in eine zweite „Reformation“ (sprich Zölibatswegfall, Frauenordination und laiengeführte Pfarrgemeinde) – alles andere wäre bei der überschießenden Erwartungshaltung der progressistischen Klientel dieser schlichtweg nicht mehr vermittelbar. So weit, so klar – viel interessanter und schmerzhafter ist aber die Frage, wie es denn jahrzehntelang um die Personalauswahl bei Bischofsernennungen bestellt war, dass derartige Fehlgriffe möglich wurden. Bei diesem flächendeckenden Versagen wird man kaum von „shit happens“ sprechen können…

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