Hl. Wilhelm von Vercelli – 25. Juni

Die Geschichten der Heiligen sind voller Wunder und wunderbaren Begebenheiten. Auch jene des heiligen Ordensstifters Wilhelm von Vercelli:

Wilhelm (= der willkommene Beschützer), stammte von vornehmen Eltern in Piemont, 1085 zu Vercelli geboren. Im 15. Lebensjahr wallfahrtete er nach Compostella in Spanien zum heiligen Jakobus im Pilgergewand. Ein frommer Schmied machte ihm 2 eiserne Ringe um den Leib. Dann wollte er nach Jerusalem pilgern 1106. Aber in Apulien (Neapel) lernte er den Eremiten Petrus auf einem Berge kennen und führte 2 Jahre ein strenges Einsiedler-Leben. Wilhelm war bereits Gott so wohl gefällig geworden, daß er einem Blinden das Gesicht wiedergeben konnte. Im Jahre 1108 wollte er abermals in das gelobte Land reisen, jedoch Räuber überfielen und mißhandelten ihn. Nun erkannte er durch eine Offenbarung, daß Gott ihn berufen hätte, als Eremit ihm zu dienen. Er hatte einige Zeit mit dem heiligen Johannes von Genosa Gott gedient, trennte sich aber nun von ihm und baute sich eine Eremitenzelle auf dem Monte Virgiliano. Da aber der Ruf von seiner Heiligkeit ihm Schüler zuführte, so erbaute er ein Kloster und gab seinen Religiosen die Regel des heiligen Benedikt als Grundlage und besondere Lebensregeln, die er jedoch nicht niederschrieb. Auch eine Kirche erbaute er daselbst zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria, weshalb später jener Berg Monte Vergine (Berg der Jungfrau) genannt wurde. Der Heilige gab seinen Schülern einen Obern und zog sich an andere einsame Orte zurück, wo sich das gleiche wiederholte, da ihn immer wieder neue Schüler aufsuchten, die er nicht abweisen wollte. So ward der heilige Wilhelm der Stifter eines neuen Ordens, dessen Mitglieder man Einsiedler-Mönche nennen könnte; später wurden sie Wilhelmiten genannt. König Roger von Neapel (und Sizilien) berief den heiligen Abt zu sich nach Neapel, um seinen weisen Rat zu vernehmen. Neidige Höflinge hingegen suchten ihn in Ungnade zu bringen und ließen ihn durch eine freche Frauensperson versuchen. Der Heilige legte sich auf glühende Kohlen, ohne verletzt zu werden. Da bekehrte sich jene Person, gründete zu Venosa ein Frauenkloster und führte ein strenges Bußleben. Auch der König gründete mehrere Klöster. Dann entstanden auch Klöster für Jungfrauen, die in ähnlicher Weise Gott dienen wollten. Nachdem der Heilige viele Kranke geheilt und nicht wenige Sünder bekehrt hatte, starb er am voraus gesagten Tage, nämlich am 25. Juni 1142. Sein Grab wurde durch Wunder glorreich. –

(Vgl.: Wilhelm Auer. Goldene Legende. Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902)

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