Mariä Heimsuchung – 2. Juli

heimsuchen“ ist ein mittelhochdeutsches Wort und bedeutet: heime suochen = in freundlicher oder feindlicher Absicht zu Hause aufsuchen, überfallen.

Dabei überwiegt eher die negative Bedeutung, wie: als etwas Unerwünschtes, Unheilvolles o. ä. über jemanden, etwas kommen; befallen; auch: bei jemandem in einer ihn schädigenden oder für ihn unangenehmen, lästigen Weise eindringen. (vgl. Duden).

Für das heutige Fest „Mariä Heimsuchung“ erkennen wir jedoch den freudigen Aspekt dieses Begriffes. Ein freudiges, freundliches und freundschaftliches Ereignis kommt über jemanden. Maria besucht ihre Base Elisabeth. Beide sind schwanger und tragen ein Kind unter ihrem Herzen. Voller Freude.

Du bist gebenedeit.
Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.

Die unangenehme Bedeutung von „heimsuchen“ wird oft auch darin gesehen, dass das „freudige Ereignis“ ins Gegenteil verkehrt wird: „ein Kind unter dem Herzen tragen“ wird zu einer schwere Krankheit, ist wie ein Horrorereignis. Schwangerschaft wird zum Unwort; ist lästig und unangenehm.

Ein unschuldiges abgetriebenes Kind ist wie ein anderer gekreuzigter Christus.

Wir bitten Dich, o Herr,
lass Deinen Dienern
das Geschenk Deiner himmlischen Gnade
zukommen, damit allen,
denen die Mutterschaft
der seligsten Jungfrau
zum Anfang des Heiles geworden,
die Gedächtnisfeier ihrer Heimsuchung
den Frieden vermehre.

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