Von Georg Ratzinger, dem Priester

(Paul Badde): „Georg Ratzingers große Kunst war die Verwandlung der Welt und unvergessen bleibt mir ein Gespräch für die WELT, als ich ihn vor der letzten Deutschlandreise seines päpstlichen Bruders in der Regensburger Luzengasse besuchte, wo er folgendes gestand:

„Was ich mit meinem Bruder gemeinsam habe, ist zunächst diese Grundstimmung, die uns trägt, die uns beide als Gläubige doch sehr froh sein lässt, vor allem der Glaube an die Barmherzigkeit Gottes. Dass es einmal gut ausgeht bei den Menschen, die einigermaßen guten Willens sind. Das ist unser Glaube. Und das ist uns auch der Grund der Hoffnung. Dass wir sehen: Darauf geht es hin. Nicht auf irgendein Nichts. Es geht auf die gesamte Erfülltheit mit Freude hin. Wo nichts mehr dagegen ist. Wo kein Wurm mehr drin ist.

Das erfüllt uns mit Freude. In einem würdigen und feierlichen Gottesdienst wird das ja schon vorweggenommen, in einem schönen Kirchenraum, mit wundervoller Musik, in der anbetenden Menge, wo die Leute mit einer Stille erfüllt sind, die nicht angeschafft oder befohlen ist, sondern mit einer Stille, die von selber kommt, wo alle menschlichen Sinne gepackt werden. Das ist etwas, was man so in einem weltlichen feierlichen Rahmen nicht hat, auch in dem allerschönsten Konzert nicht.

Das ist für uns Glück: diese Erfülltheit und das Getragensein von irgendwo anders her. Dieser Vorgeschmack des Himmels in einem feierlichen Gottesdienst. – Glück, wissen Sie, das ist die Anbetung Gottes!“

Notiert von Paul Badde – siehe CNAdeutsch

Papst Benedikt XVI. mit seinem Bruder Georg Ratzinger, Sixtinische Kapelle, Konzert der Regensburger Domspatzen, 17. Januar 2009.

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