Hl. Bonaventura – 14. Juli

Der heilige Bonaventura (1217-1274) war Franziskaner, Theologe, Doktor der Theologie, Kardinal der Kirche, Biograf des seraphischen Vaters und Gesetzgebers aller franziskanischen Orden. Er wurde 1482 von Papst Sixtus IV. Heiliggesprochen. Bonaventura ist auch einer der Heiligen, die Papst Benedikt XVI. am intensivsten studiert und geliebt hat.

Papst Benedikt XVI. sprach in der Generalaudienz am 3. März 2010 über den heiligen Bonaventura:

[…] Giovanni [nahm]um das Jahr 1243 die Franziskanerkutte an und wählte den Namen Bonaventura. Er wurde sofort zum Studium bestimmt und besuchte die Theologische Fakultät der Pariser Universität, wo er eine Reihe sehr anspruchsvoller Kurse absolvierte. Er erlangte die verschiedenen, von der akademischen Laufbahn verlangten Titel […]Bonaventura studierte also gründlich die Heilige Schrift, die Sentenzen des Petrus Lombardus, das Handbuch für Theologie jener Zeit und die wichtigsten theologischen Schriftsteller.

Im Kontakt mit den Lehrern und Studenten, die aus ganz Europa in Paris zusammenströmten, reiften sein persönliches Nachdenken und eine spirituelle Sensibilität von großem Wert heran, die er im Lauf der nachfolgenden Jahre in seine Werke und Predigten einfließen zu lassen verstand; so wurde er zu einem der wichtigsten Theologen der Kirchengeschichte. […]

In jenen Jahren entbrannte in Paris, der Wahlheimatstadt Bonaventuras, eine heftige Polemik gegen die Minderbrüder des hl. Franziskus von Assisi und gegen die Predigerbrüder des hl. Dominikus de Guzmán. Man machte ihnen das Recht streitig, an der Universität zu lehren, und bezweifelte sogar die Echtheit ihres geweihten Lebens. […]

Dazu kamen dann, wie dies mitunter auch unter aufrichtig religiösen Menschen geschieht, Motive menschlicher Schwäche, wie Neid und Eifersucht.

Obwohl Bonaventura von der Ablehnung der anderen Universitätslehrer umgeben war, hatte er bereits auf dem theologischen Lehrstuhl der Franziskaner zu lehren begonnen und verfaßte als Antwort an diejenigen, welche die Bettelorden bekämpften, eine Schrift mit dem Titel Über die evangelische Vollkommenheit. In dieser Schrift zeigt er, daß die Bettelorden und insbesondere die Minderbrüder dadurch, daß sie die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams praktizierten, die evangelischen Räte selbst befolgten.

Jenseits dieser historischen Umstände bleibt die von Bonaventura in diesem seinem Werk und in seinem Leben vertretene Lehre immer aktuell:

Die Kirche wird durch die Treue zur Berufung jener ihrer Söhne und Töchter heller und schöner, die nicht nur die Gebote des Evangeliums in die Praxis umsetzen, sondern durch Gottes Gnade dazu berufen sind, dessen Räte zu befolgen und auf diese Weise mit ihrem armen, keuschen und gehorsamen Lebensstil davon Zeugnis zu geben, daß das Evangelium Quelle der Freude und der Vollkommenheit ist.

[…]

Quelle

Bonaventura und Antonius von Padua (1520-1550). Alessandro Bonvicino, genannt il Moretto (1498-1554). Louvre, Paris.

+