Ich erzähle Ihnen eine Geschichte.

Einmal nahm ich an einem Treffen für die asiatischen Bischöfe in Manila teil. Sie bereiteten ein sehr langes Dokument vor, ich sagte deshalb: „Wir müssen dieses Dokument um die Hälfte kürzen und selbst dann wird es keiner lesen.“ Und die Bischöfe lachten.

In privaten Unterhaltungen mit mehreren Bischöfen gaben diese ehrlich zu, dass sie bis jetzt die bei diesen Treffen produzierten Dokumente tatsächlich nicht gelesen hatten, obwohl sie ihnen zugeschickt worden waren.

Ich nahm an mehreren anderen Treffen mit meinen Bischofsbrüdern teil, und nachdem die Dokumente gutgeheißen worden waren, fragte ich mehrere von ihnen: „Haben Sie das Schlussdokument gelesen?“ Einige antworteten mir: „Ehrlich gesagt nein.

Eines dieser Treffen dauerte eine Woche und heraus kam ein Dokument, das zumindest in unserer Region keiner gelesen hat. Später erhielten wir den Finanzbericht für dieses Treffen. Das Treffen hatte 250 000 Dollar aus Kirchenmitteln gekostet. Stellen Sie sich das vor! Im Grund waren es 250 000 zum Fenster herausgeworfene Dollar. Wirklich, zum Fenster herausgeworfen.

Wir hatten kaum Zeit für das Gebet. Ist das die „Kirche der Armen“, von der während des Zweiten Vatikanischen Konzils und danach ständig die Rede war?

Die fortwährenden Treffen und Versammlungen der Bischöfe: Sie geben so viel Geld dafür aus, es ist unglaublich. Wenn wir die Häufigkeit dieser Treffen drastisch verringern würden, dann könnten wir jedes Jahr Millionen Dollar an die Armen auf der ganzen Welt verteilen. Für mich ist das eine Sünde, die von den Kirchenmännern heute begangen wird.

Auch wenn man einmal einen Moment von den Problemen mit diesen ausufernden Treffen absieht, die letztlich eine Ausdrucksform von Pelagianismus sind und die das Übernatürliche untergraben – gar nicht zu reden vom Problem des fast unaufhörlichen Stroms von lehrmäßig zweideutigen Dokumenten, die sie produzieren – , selbst abgesehen davon ist es, meine ich, sündhaft, so viel Geld auszugeben, das wir den Armen unserer Welt geben könnten. Wir müssen damit aufhören.

Aber offenbar steigert sich nur noch die Häufigkeit solcher Synoden und Treffen unter dem Vorwand einer sogenannten „Synodalität“.

(Weihbischof Athanasius Schneider. „Christus VINCIT“, 172f)

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