Den Menschen den wahren Weg zu Gott zeigen.

Gestern war Mariä-Himmelfahrt. Ist das Fest der Muttergottes schon vorbei? Haben wir etwas gelernt oder „mitgenommen“, wie man heute sagt?

Die katholische Lehre ist gut und wichtig, genau wie eine gute Predigt. Aber ohne unser Tun, ohne Umsetzung dessen, was wir hoffentlich gehört, gelesen, gelernt, verstanden und aufgenommen haben, können wir nicht tätig werden. Doch genau dies fordert Jesus Christus von uns.

Jesus wollte nicht eigentlich ein Lehrer sein und lehren; denn Er wollte nichts fordern, was er nicht selber auch tat.

Durch gute Werke (der Heiligkeit) erringen wir die Gnade. Gott schenkt sie uns. Wir (sollen) überzeugen durch unsere Taten und Worte. Nicht nur Priester sind als apostolische Glieder der Kirche von Jesus zu den Menschen gesandt worden. Einen jeden hat der Herr gesandt, den guten Samen auszuwerfen, ebenso wie zu ernten, was wir nicht erarbeitet haben.

Bei dieser Arbeit und allen Unternehmungen, die wir unternehmen, um das Reich Gottes unter den Menschen sichtbar zu machen, hilft uns Maria, die voll der Gnade ist, die unbefleckt Empfangene, die Immaculata; sie tut es, wie bei den Aposteln, durch ihr Gebet und ihre Fürsprache:

„Die allerseligste Jungfrau Maria
hat durch unseren Herrn Jesus Christus
alle natürlichen Eigenschaften der Frau
angenommen, um jedem Menschen,
der seine Zuflucht zu ihr nimmt,
hilfreich beizustehen als neue Eva.“
(Hl. Augustinus)

Der wahre Weg zu Gott, den wir den Menschen zeigen sollen, ist nicht nur der Weg der guten Werke, sondern auch der des Kreuzes. Das Kreuz ist der Schlüssel, der uns den Himmel öffnet. Und Maria stand beharrlich bei dem Kreuz Christi.

Maria ist Gott zugehörig:
sie ist die
Magd des Herrn
und die
Inmaculata;
aber sie ist für uns auch
die Mutter des guten Rates.

„Tut, was er euch sagt“ – so empfahl sie den Dienern von Kana.
Und sie ist die Jungfrau, – mächtig zu helfen,
Virgo potens:
„dixit Verbum, et omnia facta sunt;
dixit Maria, et Verbum caro factum est“,
sagt voll Erstaunen der hl. Thomas:
„das Wort sagt, und alles entsteht;
es sagt Maria, und das Wort ist Fleisch geworden“.

Die Kirche ruft mit Blick auf ihre Mutter:
Mehr als du ist nur Gott!

So beten die Christen seit eh und je:

„Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, heilige Gottesgebärerin;
verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern erlöse du uns jederzeit von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.“

Amen.

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