Verbot der Mundkommunion: War diese Corona-Maßnahme berechtigt und medizinisch geboten?

Und auch nach einer Handdesinfektion bleiben die Hände der Kirchenbesucher nicht keimfrei, da sie unwillkürlich beim Sitzen und Knien in Kontakt mit den Kirchenbänken kommen. Der Empfang der Kommunion in der Hand kann daher nicht als sichere hygienische Alternative bezeichnet werden. Eine versehentliche Berührung durch den Kommunionspender ist sowohl bei der Mund- als auch bei der Handkommunion nicht auszuschließen. Erfahrenen Kommunionspendern gelingt es in der Regel aber, diese zu vermeiden. Eine Unterbrechung der Kommunionspendung nach einer Berührung zwecks Handdesinfektion ist in beiden Fällen möglich. Die Gefahr einer Tröpfcheninfektion ist bei der Mundkommunion geringer als bei der Handkommunion, da bei der Öffnung des Mundes natürlicherweise leicht eingeatmet wird. Zudem besteht bei der kniend empfangenen Mundkommunion ein größerer Abstand zwischen Empfänger und Spender der Kommunion. Da der Kommunionempfänger auch bei der Handkommunion atmet, dem Kommunionspender dabei aber direkt gegenübersteht, ist dieser durch die Spendung der Handkommunion stärker gefährdet als bei der Spendung der Mundkommunion, weshalb in einer der den Bischöfen vorliegenden Stellungnahmen der kniende Kommunionempfang aufgrund der größeren Sicherheit in jedem Fall, also auch bei der Spendung der Handkommunion empfohlen wird.

Barbara Stühlmeyer:
„Mediziner setzen sich für die Mundkommunion ein“
DIE TAGESPOST, 17.09.2020

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