UMKEHR – Johannes von Dalyatha – 3 / 28

Und wenn [das Himmelreich] nahe ist,
dann, unser Vater, zeig uns,
wie wir es finden können!

„Nahe vor der Tür“ ist es,
aber die Tür ist eng und klemmt!
Und doch wird jeder, der ihre
dunkel-düstere Enge aushält
und durch sie hinausgeht,
unmittelbar auf das Reich des Lichts treffen
und beglückt sein.

Nun, durch diese klemmende Tür
geht man ins Leben hinein!

Und, unser Herr, wo ist dein Reich?
„Innen in euch ist es“ (Lk 17,21).
Und seine Tür ist die Umkehr.

Quelle: Johannes von Dalyatha: Briefe. Aus der syrisch-aramäischen Sprache übersetzt von Matthias Binder, Beuroner Kunstverlag, Beuron 2020, ISBN: 978-3870713683.
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Johannes Saba von Dalyatha lebte zwischen 690 und 780. Er wurde in einem Dorf der Provinz Beit Nouhadra, das heute nördlich von Mossoul im Irak liegt, geboren. Um 710 beginnt er sein Noviziat im Kloster Mar Yuzadaq. Nach sieben Jahren Ausbildung darf er sein Einsiedlerleben in den Bergen von Dalyatha beginnen, einem einsamen Ort auf über 4.000 m Höhe, der an der Grenze zwischen der heutigen Türkei und dem Irak liegt. Dort verbringt Johannes den größten Teil seines Lebens.

Erst gegen Ende seines Lebens verlässt er die unwirtliche, karge Hochgebirgswelt und geht in sein früheres Kloster Mar Yuzadaq zurück. Hier schließen sich ihm weitere Brüder an. Johannes wird Abt einer Mönchsgemeinschaft und baut gemeinsam mit seinen Brüdern das Kloster Arqol auf. Bald leben hier bis zu vierzig Brüder, denen er eine Lebens- oder Mönchsregel übergibt.

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