UMKEHR – Johannes von Dalyatha – 4 / 28

Die Umkehr
bringt das Leben wieder,
das aus der Taufe der Vergebung kam.

So wie jene widerliche Masse im finsteren Mutterleib die Gestalt Adams annimmt, so wird der hässliche, durch Sünde verunstaltete Mensch, wenn du ihn in den glühenden Schmelzofen der Buße steckst, geläutert, rein und glänzend.

Er ist gefällig geworden und angenehm;
er wird durch die ihn erneuernde Gnade
der Schönheit Christi gleich,
des Abglanzes des Vaters (Hebr 1,3).

Die Umkehr
ist die Mutter des Lebens (Gen 3,20).
Und selig,
wer aus ihr geboren wird –
er wird nicht mehr sterben.

Quelle: Johannes von Dalyatha: Briefe. Aus der syrisch-aramäischen Sprache übersetzt von Matthias Binder, Beuroner Kunstverlag, Beuron 2020, ISBN: 978-3870713683.
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Johannes Saba von Dalyatha lebte zwischen 690 und 780. Er wurde in einem Dorf der Provinz Beit Nouhadra, das heute nördlich von Mossoul im Irak liegt, geboren. Um 710 beginnt er sein Noviziat im Kloster Mar Yuzadaq. Nach sieben Jahren Ausbildung darf er sein Einsiedlerleben in den Bergen von Dalyatha beginnen, einem einsamen Ort auf über 4.000 m Höhe, der an der Grenze zwischen der heutigen Türkei und dem Irak liegt. Dort verbringt Johannes den größten Teil seines Lebens.

Erst gegen Ende seines Lebens verlässt er die unwirtliche, karge Hochgebirgswelt und geht in sein früheres Kloster Mar Yuzadaq zurück. Hier schließen sich ihm weitere Brüder an. Johannes wird Abt einer Mönchsgemeinschaft und baut gemeinsam mit seinen Brüdern das Kloster Arqol auf. Bald leben hier bis zu vierzig Brüder, denen er eine Lebens- oder Mönchsregel übergibt.

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