Karmelitinnen gründen in Tschechien neuen Karmel

Die „Unbeschuhten Karmelitinnen“ aus Prag, die seit der „samtenen Revolution“ wieder in der Hauptstadt von Tschechien leben konnten, haben ihr Kloster im lauten und beengten Stadtzentrum verlassen.

Nach 10 Jahren des Überlegens, des Beratens und Entscheidens sowie vieler notwendiger Vorbereitungen, sind die Nonnen in den Ort Drasty umgezogen, der etwa 20 Kilometer nördlich von Prag liegt.

Einige Kilometer außerhalb des Ortszentrums bauen sie ein neues Kloster. Es entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik. Zunächst wurde ein Gebäude, in dem die Nonnen zur Zeit wohnen, und das später als Gästehaus dienen soll, hergerichtet. Der Bau des eigentlichen Klosters soll noch in diesem Jahr beginnen und 3-4 Jahre dauern.

Karmel sv. Josefa, Drasty 1, 250 67 Klecany, Tschechien.

Am heutigen Festtag des großen Karmel-Heiligen,
des hl Johannes von Kreuz,
bitten die Karmelitinnen des Karmel des Hl. Josef
um Hilfe in Form von Gebet
sowie um finanzieller Unterstützung.

Die Priorin schreibt:

Wir wenden uns an Sie mit einer großen Bitte um finanzielle Unterstützung für den Umzug unseres Klosters, des Karmels des Hl. Josefs in Prag.

Die Gemeinschaft der unbeschuhten Karmelitinnen fing ihre Tätigkeit schon im 17. Jahrhundert an. Das erste Kloster des Karmels des Hl. Josefs ist in Prag – Kleine Seite gebaut worden. Dazu hat damals auch ein großer Garten gehört. Im Jahr 1782 ist die Schwesternkommunität aufgrund der Dekrete des Kaisers Joseph II. ins Exil hinausgejagt worden. Als die Schwestern nach zehn Jahren nach Prag zurückkehren durften, war ihr Haus bereits besetzt. Als Ersatz haben sie damals das Kloster mit der Kirche des Hl. Benedikts auf dem Hradschiner Platz, das ursprünglich dem männlichen Orden der Barnabiten gehört hat, bekommen.

Das Haus war primär nicht für die karmelitanische Lebensweise geeignet, aber es wurde damals der Schwesternkommunität als eine bestimmte provisorische Lösung ihrer Notsituation angeboten. Während des kommunistischen Terrors (1950-1991) mussten die Schwestern ihr Kloster nochmals verlassen, und das Haus wurde ins Hotel umgestaltet. Der Kommunität wurde es 1991 in der ersten Welle der Restitutionen zurückgegeben.

Obwohl das Kloster und seine Lokalisierung im Zentrum von Prag sicher viele Vorteile haben, ziemlich bald waren wir uns der unübersehbaren Schwierigkeiten bewusst, die mit dem Leben auf diesem Ort verbunden sind. Da das alte historische Gebäude des Klosters ein Kulturdenkmal ist, sind auch die administrativen und finanziellen Einsprüche auf sein Verkehr sehr hoch und meist kaum verkraftbar. Vom Hradschiner Platz und auch von den Kleinseiter Straßen dringt der anwachsende Lärm ins Haus herein. Aber als das größte Problem überhaupt, sehen wir den ganz winzigen Garten, der das Leben in der päpstlichen Klausur physisch und psychisch höchst beschwerlich macht.

Aus all diesen Gründen sind wir nach langer Unterscheidung vor unserem Herrn schon 2005 zur Entscheidung gekommen, einen neuen, günstigeren Ort zu finden, der unserem Leben in der päpstlichen Klausur und seinen Ansprüchen besser entsprechen würde.

Nach langer Suche nach einem neuen Baugrundstück, welches unseren Bedürfnissen entsprechen und zugleich bestimmte Kriterien erfüllen würde, haben wir uns Anfang 2018 für den Kauf eines alten Bauernhofs in Drasty, Bezirk Prag-Ost, entschieden, das 2015 die Kanonie Vyšehrad in der zweiten Welle der Restitutionen wieder erworben hat. Der Bauernhof wurde nach fast 70 Jahren seit dem kommunistischen Putsch in einem sehr trostlosen Zustand zurückgegeben.

Dieser Bauernhof entspricht durch seine Lokalisierung, Größe und ruhige Umgebung den Bedürfnissen, die wir für unser kontemplatives Leben benötigen. Zugleich liegt er in unmittelbarer Nähe von Prag, wo wir bleiben wollen.

Die Suche nach dem Käufer unseres jetzigen Hauses war auch sehr kompliziert und langwierig. Unsere Kommunität hat den Verkauf des Klosters für nichtkommerzielle Zwecke bevorzugt, obwohl wir uns bewusst waren, dass wir durch den Verkauf zu kommerziellen Zwecken höchstwahrscheinlich viel mehr Geld bekommen würden. Doch wir haben uns dem Gedächtnis unserer Schwestern, die dieses Haus und die Kirche in den 180 Jahren ihres Wirkens durch ihr Gebet und Opfer geheiligt haben, verpflichtet gefühlt. So können wir zum Schluß mit Dankbarkeit kundtun, dass das Kloster und die Kirche auch weiter dem Karmel dienen werden. Hier werden nämlich unsere Brüder – die unbeschuhten Karmeliten – leben und arbeiten, den es gelungen ist einen Investoren für den Ankauf des Klosters zu finden.

Bestandteil des neuen Klosterareals in Drasty soll außer Quadratur auch neue Hl.-Theresien-Kapelle, Wohnhaus (für die bisherigen Vermieter) und Gästehaus mit anliegendem Waldpark werden. Wir werden uns bemühen, das ursprüngliche, heutzutage desolate Areal so zu erneuern, damit es zu einem geistlichen Zentrum des nördlichen Teils von Prag wird, so dass dortige Einwohner und auch unsere künftigen Gäste, die bei uns in der Zukunft untergebracht werden, hier ein Ort der geistlichen Erholung finden können.

Der ganze Bau des Klosters, der Kirche und der anliegenden Gebäuden ist in mehrere Etappen unterteilt. In der ersten Etappe (2018-2019) werden das Wohnhaus und das künftige Gästehaus renoviert. Letzteres soll während der Bauarbeiten als provisorische Wohnung der Schwestern dienen. Ende 2019 möchte die Schwesterngemeinde nach Drasty umziehen. 2019 beginnt der Bau des eigentlichen neuen Klosters und der Kirche. Wir bemühen uns, dass ein wesentliches Teil des Baus im Jahr 2021 beendet wird.

Da aber in der letzten Zeit leider die Kosten der Bauarbeiten und des Baumaterials wesentlich steigen, und da wir uns aber inzwischen entschieden haben, unser Kloster an unsere Brüder zu den nicht kommerziellen Zwecken zu verkaufen, fehlt es uns zum Bau des ganzen Areals an Finanzmitteln. Deshalb haben wir uns erlaubt Sie um eine finanzielle Hilfe zu bitten.

Über den Verlauf unseres Umzugs und der Bauarbeiten werden wir Sie in den künftigen Jahren benachrichtigen.

Vielen Dank für Ihre Gunst, wir beten täglich für unsere Wohltäter und jeden Monat wird bei uns für sie Heilige Messe gefeiert.

Wenn SIE
die Karmelitinnen mit einer Geldspende
unterstützen möchten
sei hier die Kontoverbindung angegeben:

IBAN: CZ22 0100 0001 1569 5763 0217
BIC/SWIFT: KOMBCZPPXXX

Vielen Dank für all die Hilfe und Unterstützung!
Die Karmelitinnen beten täglich
für alle ihre Wohltäter und Unterstützer.

Karmel sv. Josefa – Drasty 1 – 250 67 Klecany

https://karmeldrasty.eu/en/homepage/

Das folgende Video wurde mit einem Handy von Pater Marek, einem Praemonstratenser-Pater, aufgenommen. Schwester Johanna OCD zeigt den Besuchern das „Klostergelände“.

+

 

 

2 Kommentare zu „Karmelitinnen gründen in Tschechien neuen Karmel

  1. Wieso erfährt man eigentlich gleich dreimal hintereinander in dem (sonst sehr schönen und informativen) Text, daß der Ort 20 km von Prag entfernt liegt?

    Haben die Schwestern (als unbeschuhte, also reformierte) Karmelitinnen den überlieferten Römischen Ritus? Gibt es oder soll es in Zukunft etwas geben wie eine Paramentenwerkstatt oder eine Hostienbäckerei?

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    1. Leider ist mir dieses Missgeschick passiert. Ich bitte um Entschuldigung. Inzwischen ist der Text bereinigt.

      Leider folgen die Karmelitinnen des neuen Klosters nicht der Liturgie in der überlieferten Form. Sie sindgewissermaßen abhängig vom Ordeninternen Mainstream. Insbesondere nach den neuen Vorschriften, die Papst Franziskus über die kontemplativen Ordensfrauen erlassen hat (Vultum Dei quaerere und Cor orans), ist es noch schwieriger geworden, sich der Ordensleitung entgegenzustellen zugunsten eines eigenen Profils. Dennoch ist es sehr schön, wenn Karmelitinnen im ehemaligen Ostblock Klöster neu eröffnen.

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