„Kloster Mariawald GmbH & Co. KG“

Das Bistum Aachen, aber auch der WDR und andere Medien verbreiten es seit Donnerstag dem 26. November 2020:

Aus dem Trappistenkloser Mariawald wird die „Kloster Mariawald GmbH & Co. KG“.

Großspurig schreibt das Bistum: „Mariawald bleibt ein Ort mit spiritueller Strahlkraft“ und „Neuer Träger ‚Kloster Mariawald GmbH & Co. KG‘ führt ehemalige Trappistenabtei im Geist der Mönche weiter“.

Letztendlich ist das Bistum der Totengräber für Mariawald. Dass es interessierte Orden gab, die das Kloster gerne übernommen hätten, hat den von Bischof beauftragten Dompropst nie wirklich interessiert. Er hatte stets andere Prioritäten. Und dass der Trappistenorden durch seinen Vertreter ausrichten lässt, er hätte „volles Vertrauen“ in den Investor, der versprochen habe, „im Geist der Tradition der Mönche“ das Projekt zu führen, ist wohl auch nur eine Sprechblase.

Am Festtag „Sieben Schmerzen Mariens“, dem Tag des Patroziniumsvon Mariawald – es war der 15. September 2018, wurde das Trappistenkloster Mariawald durch kirchliche Behörden geschlossen. Diesem traurigen Datum schließen sich nun weitere traurige Gedenktage an.

Die Bistumsseite schreibt:

Ab dem 1. Januar 2021 wird der bisher vom „Kloster Mariawald e.V.“ geführte Betrieb von Mariawald durch die „Kloster Mariawald GmbH & Co. KG“ übernommen. „Mit der Übergabe an den neuen Träger ist es uns gelungen, die Tradition von Mariawald fortzusetzen“, betont Pfarrer Rolf-Peter Cremer, stellvertretender Generalvikar des Bistums Aachen und 1. Vorsitzender des jetzigen Trägervereins.

Die Kongregation für die Institute des geweihten Lebens in Rom hatte im Jahr 2018 entschieden, dass der Konvent Mariawald aufgelöst wird. Mit der Auflösung des Konvents hatte der Verein „Kloster Mariawald“ vorübergehend weiter die Verantwortung für die Immobilien. Er wurde nach einer Satzungsänderung um Mitglieder, die der Bischof von Aachen ernennen konnte, erweitert. In den Vorstand wurden Abt Bernardus Peeters aus dem Trappistenkloster Konigshoeven (NL), der damalige Heimbacher Bürgermeister Peter Cremer und Dompropst Rolf-Peter Cremer, stellvertretender Generalvikar des Bistums Aachen, gewählt. Der Verein hatte sich nach dem Weggang der Mönche 2018 im wesentlichen drei Ziele gesetzt: die Sicherstellung des Unterhalts der Mönche, die Fortführung der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe und die Unterstützung der Weiterentwicklung von Mariawald als Ort der Spiritualität und der geistlichen Ausstrahlung sowie die Zukunft der Klosterbetriebe zu sichern. Dies ist gelungen und nun wird das Klostergebäude in einem Erbpachtvertrag auf einen neuen Träger übertragen. „Im Vertrag ist festgehalten, dass weiterhin versucht wird, wieder einen Orden oder eine geistliche Gemeinschaft in Mariawald zu beheimaten, dann jedoch als ‚Mieter‘ der neuen GmbH“, sagt Rolf-Peter Cremer.

Die „Kloster Mariawald GmbH & Co. KG“ wird die Gastronomie, die Buchhandlung, die Likörproduktion und den Online-Versand beibehalten und das Gästehaus mit Übernachtung und Verpflegung neu aufbauen. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten und gehen auf den neuen Träger über. „Mit der neuen GmbH ist ein zukunftsträchtiger Träger in das Erbe von Mariawald gefunden“, ist sich Rolf-Peter Cremer sicher: „Mit Wolfgang Scheidtweiler tritt kein Unbekannter als Verantwortlicher der neuen GmbH diese Aufgabe an. Er hat in den vergangenen Jahren auch in Steinfeld erfolgreich die dortigen Aktivitäten im Kloster ausgebaut. Er kennt Mariawald als Eifler Junge und durch seine Ausbildung in der Brauerei in Gemünd von Jugend an“.

Auch der letzte Abt des Klosters Mariawald, Abt Bernardus, der aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht bei der offiziellen Vorstellung des neuen Trägers aus den Niederlanden anreisen konnte, betonte in einer Grußbotschaft: „Die ehemaligen Mönche der Trappistenabtei Mariawald und die Vertreter des Trappistenordens sind froh und dankbar, dass der Kloster Mariawald e.V. alle Anstrengungen unternommen hat, um eine gute Lösung für den Fortbestand von Mariawald als geistlichem Ort zu finden. Wir haben volles Vertrauen in Herrn Scheidtweiler und seiner Kloster Mariawald GmbH & Co. KG, dass sie im Geist der Tradition der Mönche, die diesem Ort seit Jahrhunderten Leben geschenkt haben, weitermachen werden.“ Kirchen-Rektor bleibt weiterhin Pfarrer Dr. Christian Blumenthal, der vor der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr etwa alle acht Wochen dort unter großer Beteiligung Gottesdienste gefeiert hatte.

Quelle: bistum-aachen

Schmerzhafte Muttergottes von Mariawald. Bild+Foto: EveJasie.

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UMKEHR – Johannes von Dalyatha – 7 / 28

Sie ebnet den Weg für ihre Freunde,
damit sie ohne zu stolpern den Weg laufen können,
den ihnen Christus bereitet.
Sie macht aus Unzüchtigen Jungfrauen.
Sie läutert die Engel, die Schmutz angesetzt hatten.
Sie bringt Männer aus den Tavernen in die Wüste,
wo man tut, was die Engel tun.

Aber sie hat auch Erleuchtete, wenn sie widerspenstig waren,
aufgegeben, und sie sind zur verschlingenden Hölle hinabgestiegen.
Sie geht ins Freudenhaus
und nimmt die Unzüchtigen mit
und gebiert sie neu unter ihren Fittichen zu Jungfrauen Christi.

Verräter lässt sie umkehren bis hin zum Apostolat,
aber Apostel, die sich ihrer entledigt haben,
kleiden sich nun in Finsternis.
Sie ist selbst das Gewand des Büßers,
und wer sich in sie kleidet,
den bekleidet sie mit der Herrlichkeit Jesu,
der das wahre Licht ist.

Quelle: Johannes von Dalyatha: Briefe. Aus der syrisch-aramäischen Sprache übersetzt von Matthias Binder, Beuroner Kunstverlag, Beuron 2020, ISBN: 978-3870713683.
HIER

Johannes Saba von Dalyatha lebte zwischen 690 und 780. Er wurde in einem Dorf der Provinz Beit Nouhadra, das heute nördlich von Mossoul im Irak liegt, geboren. Um 710 beginnt er sein Noviziat im Kloster Mar Yuzadaq. Nach sieben Jahren Ausbildung darf er sein Einsiedlerleben in den Bergen von Dalyatha beginnen, einem einsamen Ort auf über 4.000 m Höhe, der an der Grenze zwischen der heutigen Türkei und dem Irak liegt. Dort verbringt Johannes den größten Teil seines Lebens.

Erst gegen Ende seines Lebens verlässt er die unwirtliche, karge Hochgebirgswelt und geht in sein früheres Kloster Mar Yuzadaq zurück. Hier schließen sich ihm weitere Brüder an. Johannes wird Abt einer Mönchsgemeinschaft und baut gemeinsam mit seinen Brüdern das Kloster Arqol auf. Bald leben hier bis zu vierzig Brüder, denen er eine Lebens- oder Mönchsregel übergibt.

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