Quatember-Mittwoch im Advent

Die Quatembertage des Dezember wurden nach dem Zeugnis des hl. Papstes Leo des Großen (+ 461) zum Dank für den glücklichen Abschluß der ganzen Ernte, insbesondere der Ölernte, gefeiert. Doch ist jetzt dieser ursprüngliche Charakter fast ganz durch Adventsgedanken verdrängt.

Am Quatember-Mittwoch handeln die Meßtexte meist von der seligsten Gottesmutter und ihrem erhabenen Geheimnis. Es ist dieser Tag wie ein Muttergottesfest aus ältester kirchlicher Zeit. Man nannte diese Messe im Mittelalter mit Vorzug Missa aurea, goldene Messe.

Im Geiste finden wir uns im Heiligtum der jungfräulichen Christusträgerin Maria ein. Über ihr hat sich in der Verkündigung der Himmel aufgetan: «Tauet, Himmel, von oben.» Sie ist die Erde, die «den Gerechten» (den Heiland) trägt: «Es öffne sich die Erde» (Intr.); das lichte Gezelt, das die Sonne, Christus, umschließt (Introituspsalm).

Introitus (Is. 45,8)

Rorate, cæli, desuper, et nubes pluant justum: aperiatur terra, et germinet Salvatorem. (Ps. 18, 2) Cæli enarrant gloriam Dei: et opera manuum ejus annuntiat firmamentum.
V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen. – Rorate cæli (usque ad Ps.).

Tauet, Himmel, von oben! ihr Wolken, regnet den Gerechten! Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor. (Ps. 18, 2) Die Himmel künden Gottes Herrlichkeit, und Seiner Hände Werke rühmt das Himmelszelt.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. – Tauet Himmel (bis zum Ps.).

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