Vigil von Weihnachten – 24. Dezember

Bis tief ins Mittelalter hinein bereitete man sich auf die höchsten Feste des Kirchenjahres in gemeinsamer Nachtfeier vor. Dem nächtlichen Gottesdienst gab man den Namen Vigil, was in der römischen Militärsprache Nachtwache bedeutete. Als man später den Nachtgottesdienst auf die Vortage der Feste verlegte, erhielten auch diese Vortage den Namen Vigil. Diese Vigilien sollen Tage der Sammlung, des Gebetes und Fastens sein und uns so bereiten für die reichen Gnaden der kommenden Festfeier.

Mit den Worten, womit einst Moses seinem Volke in der Wüste das wunderbare Manna ankündigte, bringt der Introitus Kunde von der baldigen Ankunft des Erlösergottes.

Introitus (2 Mos. 16,6,7)

Hodie scietis, quia veniet Dominus et salvabit nos: et mane videbitis gloriam ejus. (Ps. 23, I) Domini est terra, et plenitudo ejus: orbis terrarum, et universi, qui habitant in eo.
V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen. – Hodie scietis (usque ad Ps.).

Heute sollt ihr wissen: der Herr kommt, uns zu erlösen; und morgen sollt ihr schauen Seine Herrlichkeit. (Ps. 23, 1) Dem Herrn gehört die Welt und ihre ganze Fülle, der Erdkreis und alle, die ihn bewohnen.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. – Heute sollt ihr wissen (bis zumPs.).

+