Septuagesima – Vorfastenzeit

Durch Kampf zum Sieg,
durch Sterben zum Leben, zur Auferstehung, zur Verklärung:
das sind die Gedanken der Vorfastenzeit.

Introitus:
Todesstöhnen hielt mich umfangen;
der Unterwelt Qualen umschlossen mich.
In meiner Not schrie ich zum Herrn,
und Er erhörte meinen Ruf
von Seinem heiligen Tempel aus.

Oratio:
Wir bitten Dich, o Herr:
erhöre gnädig das Flehen Deines Volkes;
wir werden ja mit Recht für unsre Sünden gezüchtigt;
doch befreie uns in Deiner Barmherzigkeit
um der Ehre Deines Namens willen.

Epistel:
Wißt ihr nicht, daß die Wettläufer in der Rennbahn
zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt?
Laufet so, daß ihr ihn erlanget!
Jeder, der sich am Wettkampf beteiligt, übt in allem Enthaltsamkeit.
Sie tun es, um einen vergänglichen, wir aber,
um einen unvergänglichen Kranz zu empfangen.
Ich laufe daher, aber nicht ins Ungewisse:
ich kämpfe, aber nicht wie einer, der bloß Luftstreiche ausführt,
sondern ich züchtige meinen Leib und bringe ihn in Dienstbarkeit,
damit ich nicht selbst verworfen werde,
nachdem ich andern gepredigt habe.

Tractus:
Aus Tiefen schrei ich, Herr, zu Dir:
o Herr, erhör mein Rufen.
Schenk doch Gehör dem Beten Deines Knechtes.
Wenn Du die Sünden nicht vergessen könntest, Herr,
Herr, wer noch könnte dann bestehen?
Doch Du gewährst Begnadigung;
und Dein Gesetz, o Herr,
gibt mir Vertrauen.

Evangelium:
Da sie ihn empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen:
Diese Letzten da haben nur eine Stunde gearbeitet, und du stellst sie uns gleich,
die wir doch die Last und Hitze des Tages getragen haben.
Er aber erwiderte einem von ihnen:
Freund, ich tu dir kein Unrecht. Haben wir nicht einen Denar als Lohn vereinbart?
Nimm also, was dein ist, und geh;
ich will aber auch diesem Letzten geben wie dir.
Oder darf ich nicht tun, was ich will?
Oder ist dein Auge neidisch, weil ich gut bin?
So werden die Letzten die Ersten sein
und die Ersten die Letzten;
denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.

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