Zum Quatember-Mittwoch in der Fastenzeit.

… Desgleichen überlasse ich dem Dämon, dem ungerechten Versucher, alle Sünden und Verletzungen, die ich gegen Gott begangen habe, und bereue bis ins Innerste der Seele, Seine Göttliche Majestät verletzt zu haben, und würde viel eher tot sein wollen, als ihn in einer kleinsten Sünde verletzt zu haben, so wie ich es unrechterweise getan habe;

und diese Reue strebe ich an, dass sie vorrangig um der Liebe Gottes willen sei und nicht um irgendeines eigenen Interesses willen oder aus Furcht;

und wenn ich jenen vollkommenen Schmerz nicht hätte, der sich für meine Sünden gehört, so bedauere ich es bis ins Innerste des Herzens und würde ihn gerne haben in dem, was mir fehlt, um zurückkehren zu können in die Gnade Gottes, damit er all mein Versagen und jeglichen Mangel an vollkommener Zerknirschung ausgleiche;

und ich bitte Gott, dass er für meine Sünden Vergeltung übe an der Person eben derselben Dämonen, die mich versucht haben;

und wenn der Dämon mir Skrupel eingibt, ich hätte nicht gut gebeichtet oder ich verdiente weder, dass mir meine Sünden vergeben würden, noch Gnade zu erlangen, so hoffe ich in jeder Weise fest auf Gott, dass er mir sicher vergeben wird, selbst wenn ich alle Beichten falsch gemacht hätte – was ich allerdings nicht weiß –, in der Erwartung, dass Gott mich ohne die Sakramente retten kann;

und wenn ich mich einer Sache aus der Beichte erinnerte, würde ich beichten, und wenngleich ich mich an nichts erinnere, bereue ich bis ins Innerste der Seele und hoffe, mich sicher zu retten – nicht durch mein Verdienst, der ich des Todes würdig bin, sondern durch das Verdienst des Blutes Christi.

Desgleichen überlasse ich der Welt alle Nichtigkeiten, alle vergänglichen Dinge, alle weltlichen Freuden, alle leeren Hoffnungen, alles Hab und Gut, alle Freunde, alle Verwandten und alle Kuriositäten; […].

Desgleichen überlasse ich meinem Fleisch für diese kurze Zeit, die ich noch leben werde, alle Schmerzen, Gebrechen, Mühen und was Gott ihm senden mag, [. . .].

Desgleichen überlasse und übergebe ich meine Seele und jede einzelne ihrer Kräfte meinem geliebten Jesus und seiner Heiligsten Mutter und dem heiligen Erzengel Michael und meinem Schutzengel in dieser Weise: […].

Desgleichen überlasse ich meinen Willen in die Hände Marias, der jungfräulichen Mutter des Allmächtigen Gottes; […].

Schlussendlich überlasse ich Jesus Christus, dem Gekreuzigten, mich selbst ganz mit Seele und Leib […].

Aus „Geistliches Testament“ des heiligen Kamillus von Lellis – Camillo de Lellis -;
übersetzt aus dem Altitalienischen von Dr. Raphaela Pallin)

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