IV. Sonntag in der Fastenzeit – Dominica Laetare

Welche Freude, dieser heiligen Kirche anzugehören!

Brüder:
Es steht geschrieben:
Abraham hatte zwei Söhne, einen von der Magd und einen von der Freien. Der von der Magd war auf dem Wege des Fleisches geboren, der von der Freien aber auf Grund einer Verheißung.
Das ist bildlich gesprochen:
es bedeutet die beiden Testamente.

Das eine stammt vom Sinai und gebiert zur Knechtschaft; es wird durch Agar dargestellt. Der Berg Sinai liegt nämlich in Arabien; er steht in Zusammenhang mit dem jetzigen Jerusalem (der Alte Bund wurde in der Heimat der Agar, in dem geknechteten Arabien, gestiftet und nach Jerusalem übertragen; er hat darum die Zeichen der Knechtschaft an sich), das mit seinen Kindern in der Knechtschaft ist.

Jenes Jerusalem aber, das von oben stammt, ist frei, und das ist unsre Mutter. Steht doch geschrieben [Is. 54, 1]
«Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst; brich in Jubel aus und jauchze, die du nie in Wehen liegest; denn zahlreicher sind die Kinder der Vereinsamten [der Sara] als die Kinder der Vermählten.»

Wir, meine Brüder, sind wie Isaak Kinder der Verheißung.
Aber wie damals der nach dem Fleische Geborene den nach dem Geiste Geborenen verfolgte, so ist es auch jetzt.

Doch was sagt die Schrift?
«Verstoße die Magd mit ihrem Sohne; denn der Sohn der Magd soll nicht Erbe sein neben dem Sohne der Freien» [1 Mos. 21, 10]:
So sind auch wir, meine Brüder, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien auf Grund der Freiheit, die uns Christus geschenkt hat.

(Epistel, Gal. 4, 22-31)

Dominica Laetare

+