Das gibst du mir, o mein Gott

Mein Gott, du allmächtiger, weiser, guter,
der du alle Zeit denen nahe bist,
die in deiner Gegenwart wandeln,
du erleuchtest mich, daß ich erkenne,
du stärkst mich, daß ich kann,
du begeisterst mich, daß ich anstrebe,
was immer ich als meine Pflicht erkenne,
was ich vermag und will.
Du bewegst die Fähigkeit,
daß ich anfange, das Gute zu denken,
fortfahre, es zu wollen und es durch
die Tat und mit Ausdauer vollende.
Du rufst mich vom Bösen zurück
durch deine Erbarmung,
bewahrst mich durch deinen Schutz
und befreist mich endgültig,
indem du mich zu eigen nimmst.
Das gibst du mir, o mein Gott,
stets, wenn ich darum bitte,
und oft auch dann, wenn ich nicht darum bitte.
Und immerfort fügst du andere Wohltaten hinzu.
Was soll ich also dem Herrn vergelten für alles,
was er mir erwiesen hat?

(Aus: Das Büchlein von den göttlichen Wohltaten, von Bruder Helwig, Minderbruder + 1252;
eingeleitet und übersetzt von Wendelin Meyer, Werl 1926)

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