Heiliger König Ludwig – 25. August

Barmherzigkeit und Sterben

König Ludwig IX. war König von Frankreich und lebte von 1204 bis 1270.

Der Franziskaner Guillaume de Saint-Pathus, Beichtvater der Königin Margarete, schreibt über ihn:

„Er besaß Nächstenliebe und geregeltes tugendhaftes Mitleid und er vollbrachte die Werke der Barmherzigkeit, indem er die Armen und die Kranken beherbergte, ihnen zu essen und zu trinken gab, sie kleidete, besuchte und tröstete, ihnen in eigener Person zu Diensten war und sie unterstützte, indem er die Gefangenen loskaufte, die Toten begrub und ihnen allen tugendhaft und großzügig half.“

Jean de Joinville, einer der engsten Vertrauten des Königs:

„Der König war so freigebig beim Spenden von Almosen, dass er überall, wohin er in seinem Königreich kam, den armen Kirchen, den Siechenhäusern der Aussätzigen, den frommen Stiftungen und den Hospitälern Gaben spendete. Alle Tage gab er einer großen Anzahl Armer zu essen und manches Mal sah ich, wie er selbst ihnen ihr Brot schnitt und ihnen zu trinken gab.“

Wiederum der Franziskaner Guillaume de Saint-Pathus::

„Der heilige König ließ gewöhnlich Schüsseln mit Suppe von sich hinstellen und gab eigenhändig das geschnittene Brot hinein, das vor ihm lag, und bereitete die Suppe in diesen Schüsseln und ließ sie jedem der Armen vorsetzen. Und er ließ zu diesem Dienst die erbarmungswürdigsten Armen rufen, die man nur finden konnte, und er trug lieber und öfter vor solchen auf als vor anderen.“

Auf seinem zweiten Kreuzzug hatte vor Tunis eine Epidemie das Kreuzfahrerheer dahingerafft. Der König musste sein Sohn Johann Tristan sterben sehen und am 25. August 1270 starb er selbst. – Schon früher, zwischen 1250 und 1254 war Ludwig ins Heiligen Land gekommen, um in Sidon die Leichen der erschlagenen Christen zu bestatten. Damals hatte er seinen Gefährten erklärt:

„Gehen wir die Märtyrer begraben. Sie haben den Tod erlitten, also mögen wir den Leichengestank und die Mühsal der Bestattung wohl ertragen. Habt keine Abscheu vor diesen Leibern, denn sie sind Märtyrer und im Paradies.“

Diesmal waren vor Tunis wieder tote Christen zu bestatten. Allerdings keine Erschlagenen, sondern Opfer einer Epidemie. Waren sie dennoch Märtyrer?

Gottfried von Beaulieu verfasste kurz nach Ludwigs Tod die Biographie des Königs und war der Meinung, diese Menschen seien den Märtyrertod gestorben:
Dort heißt es: Der König „vollendete sein Leben glücklich in Gott als sein Märtyrer“.

Er hebt außerdem hervor:

„In seiner letzten Stunde ließ er sich, die Arme überkreuz, auf ein mit Asche bedecktes Lager betten und gab seine Seele an den Schöpfer zurück. Es war dieselbe Stunde, in der Gottes Sohn zur Erlösung dieser Welt am Kreuz verschied.“

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