Scheut keine Beschwernis oder Widerwärtigkeit

„So lange Ihr dann, liebe Diözesanen, Gelegenheit habt, bei einem rechtmäßigen Priester die heilige Messe zu hören und die heiligen Sakramente zu empfangen, so tut es um so eifriger und scheut keine Beschwernis und Widerwärtigkeit!“

Die Kirchengebote verpflichten so lange, als ihre Erfüllung nicht physisch oder moralisch unmöglich wird. […] Ist der Weg weit und beschwerlich, dann wird auch der Lohn um so größer sein.

Wenn in der Nähe kein rechtmäßiger Priester sich mehr aufhält, dann macht es vielleicht die Post oder Eisenbahn möglich, wenn auch nicht allsonntäglich, so doch auf höheren Festen eine entferntere katholische Kirche zu besuchen, dort das Osterfest zu halten, eine Ehe einsegnen zu lassen. Ein Geldopfer für eine so große Sache darf nicht gescheut werden; der mit zeitlichen Gütern Gesegnete möge seinen durstigen Mitbruder eine Beihilfe nicht versagen.

(Aus einem Lehr- und Trostbüchlein für römisch-katholische Christen, 1874)

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