Sieben Schmerzen Mariens – 15. September

In einem Gebet der Ostkirche heißt es:

Als deine Mutter, o Wort,
dich mit Nägeln ans Kreuz geheftet sah,
da ward ihre Seele
mit den Nägeln bitterer Trauer und mit Pfeilen verwundet.
Als dich, du Süßigkeit aller, die Mutter erblickte
wie du mit bitterem Tranke getränkt wardst,
rannen aus ihren Augen bittere Ströme von Tränen.
Furchtbar bin ich verwundet.
Mein Inneres zerreißt es, o Wort,
da deinen ungerechten Tod ich schaue,
so sagte die Allheilige weinend.
Wehe, Simeons Weissagung ist nun erfüllt;
denn dein Schwert, o Emmanuel,
durchbohrte mein Herz.

Im Osten ist die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes schon in frühesten Zeiten bekannt. Der große Dichter Ephräm der Syrer (+ 373) besingt die Schmerzensmutter unter dem Kreuz und eine große Anzahl Schriftsteller des christlichen Altertums weisen auf die Schmerzen Mariens hin. Diese Texte gehen dann in die Liturgie des Ostens ein. Im 6. Jahrhundert ist dort die Darstellung Mariens unter dem Kreuz allgemein verbreitet.

Im Westen breitet sich die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes erst ab dem 12. Jahrhundert aus. Der um 1240 gegründete Orden der Mariendiener (Serviten) machte die Andacht zur „mater dolorosa“ in weiten Schichten des Volkes bekannt. In dieser Zeit entstand auch der berühmte Hymnus an die Schmerzensmutter, das „Stabat Mater“. Seit dem Mittelalter ist die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes tief im Herzen der Menschen verwurzelt. Wallfahrten entstehen zu den Gnadenbildern, die Jesus nach der Kreuzabnahme im Schoß seiner betrübten Mutter zeigen.

Ein eigener Festtag zu Ehren der Schmerzen Mariens ist im 15. Jahrhundert in Köln belegt, 1721 führt Papst Benedikt XIII. das „Fest der sieben Schmerzen der seligen Jungfrau Maria“ für die ganze Kirche ein. Das Fest wurde zunächst am Freitag vor dem Palmsonntag gefeiert, 1913 legte Papst Pius X. das Fest auf den 15. September, dem Oktavtag von Mariä Geburt und dem Tag nach dem Fest der Kreuzerhöhung. 1960 wurde es vom Rang eines Festes auf einen Gedenktag herabgestuft und erhielt die offizielle Bezeichnung „Gedächtnis der Schmerzen Mariens“.

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