Der Evangelist Lukas bezeugt – 18. Oktober

Sie kamen an den Ort, genannt Schädel, dort kreuzigten sie ihn
und die Missetäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken.
Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen;
denn sie wissen nicht, was sie tun!

Beim Verteilen seiner Kleider warfen sie das Los.
Das Volk stand da und schaute zu.

Die Mitglieder des Hohen Rates aber
höhnten und riefen:
Anderen hat er geholfen;
wenn er der Gesalbte Gottes, der Auserwählte ist,
helfe er sich selbst.

Auch die Soldaten verspotteten ihn.
Sie traten hinzu und reichten ihm Essig mit den Worten:
Bist du der König der Juden, so hilf dir selbst!

Über ihm war eine Inschrift
in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift angebracht:
Das ist der König der Juden.

Einer von den gekreuzigten Missetätern
lästerte ihn mit den Worten:
Bist du nicht der Messias?
Dann hilf dir selbst und uns.
Der andere aber verwies es ihm und sagte:
Hast denn auch du keine Furcht vor Gott,
obwohl du doch die gleiche Strafe erleidest?
Wir zwar mit Recht, denn
wir empfangen, was unseren Taten entspricht;
dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Dann sagte er zu Jesus:
Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.
Da sagte er zu ihm:
Wahrlich, ich sage dir:
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!

Es war schon um die sechste Stunde,
da brach bis zur neunten Stunde
über das ganze Land eine Finsternis herein,
nachdem die Sonne sich verfinstert hatte;
der Vorhang des Tempels riß mitten entzwei.

Da rief Jesus mit lauter Stimme:
Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!
Mit diesen Worten verschied er.

Als der Hauptmann sah, was geschehen war,
pries er Gott und sagte:
Wirklich, dieser Mann war gerecht!

Alles Volk, das diesem Schauspiel beiwohnte
und die Vorgänge gesehen hatte,
schlug sich an die Brust und kehrte heim.

Alle seine Bekannten aber,
auch die Frauen, die ihm von Galiläa her gefolgt waren,
standen abseits und sahen dies mit an.

Da war ein Mann namens Josef, der Ratsherr war,
ein edler und rechtschaffener Mann,
der ihrem Beschluß und ihrem Vorgehen nicht zugestimmt hatte.
Er stammte von Arimathäa, einer jüdischen Stadt;
auch er erwartete das Reich Gottes.
Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.
Er nahm ihn ab, wickelte ihn in ein Leinentuch
und legte ihn in ein Felsengrab,
in dem noch niemand beigesetzt war.

Es war Rüsttag, und der Sabbat brach schon an.
Die Frauen, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren,
gingen mit, schauten das Grab an und sahen,
wie sein Leichnam hineingelegt wurde.
Nach ihrer Rückkehr
bereiteten sie Gewürzkräuter und Salben.

Den Sabbat verbrachten sie nach dem Gesetz in Ruhe.

Evangelium nach Lukas 23, 33-56

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