DU – und ich

Meine Hände, Herr,
haben getan, was sie nicht durften,
und deine Hände wurden statt meiner,
deine Füße statt meiner
mit Nägeln durchbohrt.
Ich habe angesehen und angehört,
was ich nicht ansehen und anhören durfte,
und deine Augen und deine Ohren
wurden im Sterben blind und taub.
Deine Seite wurde mit der Lanze des Soldaten geöffnet,
damit durch deine Wunde
aus meinem unreinen Herzen alles herausfließt,
was ein böses Geschwür darin
über lange Jahre entzündet und zersetzt hat.
Du bist schließlich gestorben,
damit ich leben kann,
du wurdest begraben,
damit ich auferstehen kann.

(Wilhelm von Saint-Thierry,
Meditationen und Gebete)

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