Man möge nicht glauben, dass …

Man möge nicht glauben, dass ich jeden Frieden empfehle!

Ich weiß, es gibt eine Auflehnung, die sehr gut, und eine Versöhnung, die sehr schädlich ist.

Ich empfehle einen Frieden, der gut ist um des Guten willen und der mit Gott verbindet.

Man soll weder allen kriechend nachgeben noch sich von allen erbittert abwenden.

Wo Bosheit offenkundig ist, ist es besser, mit Geschick und Macht auf alle mögliche Weise vorzugehen, als am Sauerteig teilzunehmen und mit den Bösewichtern gemeinsame Sache zu machen.

Nichts ist so sehr zu fürchten, als dass man etwas noch mehr als Gott fürchte und dass man also, während man der Wahrheit dient (= zu dienen glaubt), Glaube und Wahrheit verrät.

In solcher Erkenntnis wollen wir, Brüder, einander in Liebe begegnen und aufrichtig sein und den nachahmen, der die trennende Scheidewand niedergerissen und durch sein Blut alles verbunden und friedlich geeint hat.

Gregor von Nazianz – 6.Rede, Bibl.d.KV 59, 208.

(zitiert nach + Dr. P. Severin M. Grill, SOCist)

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