Heilige Gertrud (von Helfta, die Große) – 16. November

Gebete für Personen mit großem Verlangen, der Herr möge sie wiederherstellen oder als Kranke zu ihrem Trost noch auf Erden lassen, dass der Herr, der die Bitten der Demütigen niemals verschmäht, sie ohne Zweifel gerade deswegen länger im Körper zurückhielt, indem er sowohl ihre Verdienste vermehrte als auch an der Liebe jener Bittenden sich erfreute.

O tausendfach begehrtes Gut,
Wann stillst du meiner Sehnsucht Glut!
Wann bringst du mir mein einzig Heil,
Wann wirst du, Jesus, mir zuteil!

Komm, Vater, bester Fürst, sogleich,
An Glorie unermesslich reich,
Brich voll hervor und säume nicht,
O längst ersehntes selig Licht!

Besiegt von deiner Lieb und Huld,
Tilg unsre Übel, jede Schuld,
Und lass uns, gnädig unserm Flehn,
Dein wonnelabend Antlitz sehn!

„Es dürstet meine Seele“

„O liebreichster Vater, ich opfere dir“

Ich opfere dir, o liebreichster Vater, zur Sühnung das ganze Leiden deines geliebtesten Sohnes auf, das er von der Stunde an, wo er in der Krippe auf Heu gebettet wimmerte, und nachher erduldete durch die Bedürfnisse der Kindheit, durch die Gebrechen im Knaben-, durch die Widerwärtigkeiten im Jünglings- und durch die Schmerzen im Mannesalter bis zu jenem Augenblick, da er, sein Haupt am Kreuz neigend, mit lautem Schrei den Geist aufgab.

Ebenso opfere ich dir, o liebreichster Vater, zum Ersatz für alle meine Nachlässigkeiten den ganzen hochheiligen Lebenswandel auf, der in Gedanken, Worten und Werken der vollkommenste war von der Stunde an, da er vom höchsten Thron zu uns herniederstieg, bis zu dem Augenblick, wo er deinem «väterlichen Anblick die Herrlichkeit des siegreichen Fleisches vorgestellt hat»

Ebenso preise ich und bete an mit deiner alles überragenden Barmherzigkeit zugleich jene süßeste Güte, in der du, Vater der Erbarmungen, über mich Sünderin Gedanken des Friedens gedacht und nicht der Züchtigung und in der du mich durch die Menge und Größe deiner Wohltaten also erhöht hast, als wenn ich vor den übrigen Sterblichen ein engelgleiches Leben auf Erden geführt hätte.

(Hl. Gertrud. Gesandter der göttlichen Liebe)

+