Hl. Elisabeth von Thüringen – 19. November

Elisabeth, die Tochter des Ungarnkönigs Andreas, begann schon als Kind Gott zu fürchten. Je mehr sie an Alter zunahm, desto mehr nahm sie auch in der Frömmigkeit zu. Sie wurde dem Landgrafen Ludwig von Hessen und Thüringen zur Ehe gegeben. Mit der gleichen Gewissenhaftigkeit tat sie nun, was sie dem Herrgott und was sie ihrem Manne schuldig war. In der Nacht erhob sie sich und betete lange. Sie widmete sich den verschiedenen Werken der Barmherzigkeit und suchte mit großem Eifer den Witwen, den Waisen, den Kranken und den Armen zu dienen. Als eine schwere Hungersnot herrschte, verteilte sie freigebig das Getreide, das sie in ihrem Hause hatte. Gastfreundlich nahm sie Aussätzige auf und küßte ihnen Hände und Füße. Um Arme pflegen und speisen zu können, baute sie ein geräumiges Krankenhaus.

Nach dem Tode ihres Gatten legte sie, um Gott ungestörter dienen zu können, alle weltlichen Prachtgewänder ab, zog ein ganz schlichtes Kleid an und trat in den Bußorden vom heiligen Franziskus ein. Nun zeigte sich ganz besonders ihre Geduld und Demut. Denn es wurde ihr alles genommen, sie wurde aus ihrem eigenen Hause vertrieben und ward von allen verlassen. Unerschütterlich nahm sie allen Schimpf und Spott und alle Verleumdungen auf sich, ja sie freute sich sehr, daß sie solches für Gott leiden durfte. Armen und Kranken gegenüber gab sie sich selbst zu den niedrigsten Liebesdiensten hin und besorgte ihnen alles, was sie brauchten. Für sich selbst dagegen war sie mit Gemüse und Hülsenfrüchten zufrieden.

Unter diesen und vielen anderen frommen Werken floß in gottgefälliger Weise ihr Leben dahin. Schließlich nahte das Ende ihrer Pilgerschaft. Schon vorher teilte sie dies ihren Hausgenossen mit. Während sie die Augen unbeweglich zum Himmel erhob und in die Betrachtung göttlicher Dinge versunken war, wurde sie von Gott wunderbar gestärkt. Dann wurde sie mit den heiligen Sakramenten versehen und entschlief im Herrn (1231).

An ihrem Grabe geschahen alsbald viele Wunder. Gregor lX. erfuhr davon, ließ die Wunder entsprechend untersuchen und nahm Elisabeth in die Zahl der Heiligen auf.

Das Rosenwunder. Gemälde von Moritz von Schwindt, 1855. Das Brot für die Bedürftigen unter Elisabeths Mantel verwandelt sich in Rosen.

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