Heilige Lucia, die lichte Gottesbraut – 13. Dezember

Noch zwölf Nächte bis zur Krippe des Gottessohnes.

Auch die heilige Lucia hat auf den Tag gewartet, an dem sie ihren Gott von Angesicht zu Angesicht schauen durfte. Sie starb als eines der letzten Opfer der römischen Verfolgungszeit. In den Katakomben des heiligen Johannes von Syrakus, im Grabgewölbe des Eusebius, befindet sich in einer Grabstätte eine Inschrift, die den Kult der heiligen Lucia schon um das Jahr 400 bescheinigt.

Als die nordischen Eroberer das Reich der Cäsaren zertraten, ging auch das Gedächtnis der Märtyrin Lucia unter. Erst Jahrhunderte später entsann man sich wieder ihres Namens, und die sinnende Frau Legende wusste zu erzählen, was weder Stein noch Urkunde aufbewahrt hatten.

Lucia pilgerte mit ihrer Mutter Euthicia, die am Blutfluß litt, zum Grab der heiligen Agatha nach Catania. Dort rief sie fromm die große Heilige an und ward von ihr erhört. Voll Freude über die wiedererlangte Gesundheit gab die Mutter Lucia die Erlaubnis, ihre Mitgift an die Armen der Stadt zu verschenken. Das erzürnte den Bräutigam wider sie; und er ging hin und klagte seine Braut Lucia bei dem Richter Paschasius an, sie sei eine Christin und des Todes schuldig.

Paschasius befahl, Lucia ins Haus der Schande zu bringen; doch konnten „tausend Leute sie so wenig von der Stelle bringen wie ein Joch Ochsen, das die Knechte anspannten hatten“. Auch Feuer und siedendes Pech taten ihr nichts zuleide.

Während Paschasius in großer Verlegenheit dastand, wie er die Jungfrau endlich vom Leben zum Tode bringen könne, sprang einer von seinen Freunden herzu und stieß Lucia den Dolch bis zum Heft in die Kehle.

Lucia lebte noch, bis sie den Leib des Herrn empfangen hatte. Die Legende erzählt auch, dass Lucia vor ihrem Tode ihre Augen, die ihr Bräutigam immer gepriesen hatte, ihm als Dank für seinen Helferdienst zu Gott übersandt habe. Denn nun schaute Lucia mit den Augen des Geistes und hatte die leiblichen Augen nicht mehr nötig.

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