Der etwas andere Jesuitenkardinal – oder:

Der Kardinal der sein Kardinalat niederlegte.

Louis Billot wurde am 12. Januar 1846 „im lothringischen Sierck (nahe der deutsch-luxemburgischen Grenze) geboren [und] trat nach seiner Priesterweihe 1869 in Angers in den Jesuitenorden ein. Nach seiner Ausbildungszeit war er tätig als Dozent im Orden und an der katholischen Universität von Angers, die erst kurz zuvor (1875) von Bischof Charles-Emile Freppel gegründet worden war. Er wirkte als Lehrer für Exegese in Laval und für Dogmatik in Angers (1879-1882) sowie im Scholastikat der Jesuiten während des Exils auf der Kanalinsel Jersey (1882-1885). Aufgrund seiner theologischen Qualitäten wurde er 1885 nach Rom gesandt und hatte bis 1911 einen Dogmatik-Lehrstuhl an der Gregoriana inne – Kardinal Franzelin hatte dort als Vorgänger gelehrt.

Seit 1909 arbeitete Billot als Konsultor des Hl. Offiziums. Papst Pius X. ernannte ihn 1911 zum Kardinal. In den folgenden Jahren war er Mitglied verschiedener Kongregationen (Sakramente, Studien, Hl. Offizium) sowie der Bibelkommission. 1927 erklärte er seinen Verzicht auf das Kardinalat, als Reaktion auf die Verurteilung der Action francaise durch Pius XI., mit welcher er sympathisierte. Er lebte die letzten Jahre sehr zurückgezogen und starb [am 18.12.] 1931 in der Nähe von Rom.“

(Claudia u. Peter Barthold in Louis Billot SJ. Tradition und Modernismus.)

Kardinal Louis Billot SJ

„Bekannt ist […] seine Messopfertheologie: Er vertrat die so gen. ‚Immolationstheorie‘, wonach durch die Doppelkonsekration (Brot, Wein) eine mystische Schlachtung des Lammes Gottes symbolisiert werde, eine Meinung, der sich z.B. auch Ludwig Ott (1906 – 1985) angeschlossen hat. Die 1947 von Papst Pius XII. in seiner Enzyklika „Mediator Dei“ gegebene Erläuterung ist dem nicht unähnlich: ‚Durch die Wesensverwandlung des Brotes in den Leib und des Weines in das Blut Christi ist nämlich sein Leib ebenso gegenwärtig wie sein Blut; die eucharistischen Gestalten aber, unter denen er gegenwärtig ist, versinnbilden die gewaltsame Trennung des Leibes und des Blutes. So wird das Gedächtnis seines Todes, der sich auf Kalvaria wirklich vollzogen hat, in jedem Opfer des Altares neu begangen, insofern durch deutliche Sinnbilder Jesus Christus im Opferzustand dargestellt und gezeigt wird.‘

Billot bekämpfte den Modernismus und widerlegte dessen Irrtümer vor allem in seinen Werken über die Inspiration, die Tradition, die Sakramente und die eingegossenen Tugenden.“ (kathpedia)

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