Martertod der heiligen Agnes – 21. Januar

Agnes war zwölf Jahre alt, als sie den Martertod erlitt.

Keine Braut schreitet so beglückt zum Hochzeitsfeste, wie Agnes zur Stätte ihres Martertodes eilte.

Ihr Haupt schmückte nicht kunstvoll geflochtenes Haar, kein Blumengewinde, sondern der Liebreiz der Reinheit für ihren himmlischen Bräutigam.

Alle weinten, sie selbst war ohne Träne, vielmehr voll Glück und Freude. Alle staunten, dass sie so leicht ihr eben erst begonnenes Leben opferte; sie aber stand da als Zeuge des ewigen Gottes.

„Der soll mich als Braut holen, der mich zuerst erwählt hat. Mein Leib ist eins geworden mit dem seinen, sein Blut hat meine Wangen gerötet. Er zeigte mir seine herrlichen Schätze, die er mir zu geben versprochen hat. Seine Mutter ist eine Jungfrau, sein Vater kennt keine Frau. Ihm bin ich anverlobt, ihm, dem die Engel dienen, dessen Schönheit Sonne und Mond bewundern.“

Sie betete und beugte willig den Nacken dem Henker.
Der zitterte, als er die Hand zum Todesstreich ausholte.

Papst Damasus hatte eine Inschrift an ihrem Grabe anbringen lassen. Daraus:

„Als dieser ihren edlen Leib ins Feuer werfen wollte, habe sie habe sie mit ihren schwachen Kräften die gewaltige Furcht überwunden. Entkleidet habe sie die Fülle ihres Haares über die Glieder gebreitet, damit kein Antlitz des Herrn Tempel schaue.“

(aus: Gamber, Zeugnis der Martyrer)

Hl. Agnes, Foto: oddee.com

+