Weder Held noch Heiliger: Selenskyj

Nicht Putin und nicht Selenskyj!

Die Schande des Westens ist es, Putin als Verbrecher hinzustellen und Selenskyj als demokratischen Helden. Vermutlich sind beide FÜHRER und MACHTMENSCHEN mit le eigenen, persönlichen Interessen. Den einen als Teufel zu bezeichnen ist so falsch wie den anderen als Heiligen zu betrachten. Beide sind Menschen, die die Mitbürger ihrer Länder als Leibeigene betrachten; sie sind sowohl auf ihr eigenes Wohlergehen aus, als auch auf ihre eigene Karriere. Der Westen ist dabei, den Beelzebub mit dem Teufel auszutreiben.

Waffenlieferungen bedeuten, dass der Krieg kein Ende findet, und dass kein einziger Mensch weniger getötet wird.

Mit den Waffen des Westens wird der Krieg verlängert; werden mehr Menschen umkommen; wird sich das Leid noch weiter verbreiten … – Opfer eines Krieges sind immer Menschen: immer die anderen.

Anfang März wurde Selenskyj wie auf Knopfdruck von führenden westlichen Medien als „Held“ gezeigt. Die Aktion begann vier Tage nach Kriegsbeginn, wenig verwunderlich, im angelsächsischen Raum. Im deutschen Sprachraum machte die Bild-Zeitung am 3. März den Auftakt. Innerhalb weniger Tage folgten zahlreiche andere Zeitungen und Magazine. Von den Titelseiten prangte Selenskyj in hoch professioneller Bildkomposition als „Held“. Es war dann Jacob Schrot, Büroleiter des neuen CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz, der am 3. Mai Selenskyj besuchte und anschließend auf Twitter ein Foto mit ihm veröffentlichte mit einer Botschaft, die jenseits des Atlantiks ankommen sollte: „The leader of the free world“.

Den Grund für Schrots Aktion hatte vor allem mit Merz und inner-transatlantischen Befindlichkeiten zu tun, die im Internet für alle nachlesbar sind. Selenskyj wird dabei als Anführer „der freien Welt“ bezeichnet. Da mache noch jemand Jugendlichen zum Vorwurf, sie würden die Zeit vor einem Computerspiel in einer virtuellen Welt verbringen. Der Verfassungsauftrag an Verantwortungsträger lautet jedenfalls anders.


Die Ukraine wehrt sich, das ist ihr gutes Recht. Besser wäre es, zu verhandeln. In der Wahl der Propagandamittel sollte dennoch nicht zu weit über die Stränge geschlagen werden. Die Ukraine gilt als das korrupteste Land Europas. Das ist keine russische Kriegspropaganda, sondern wurde noch vor kurzem von westlichen Mainstream-Medien berichtet. Im Oktober 2020 mahnte die EU Selenskyj, den „Kampf gegen Korruption zu verstärken“. Die Süddeutsche Zeitung schrieb noch im Februar des vorigen Jahres: „Ukraine 2021: Korruption ohne Ende“. Dieselben Medien legten inzwischen eine 180-Gradwende zur Verklärung hin. Selenskyj verdiente laut Steuererklärung, bevor er mit westlicher „Beratung“ 2019 in das höchste Staatsamt gewählt wurde, 4.000 Euro im Monat. Zwei Jahre später geht die Frage um: Wie kommt er laut Pandora Papers, die 2021 in Steuerparadiesen verstecktes Geld enthüllten, zu einem Vermögen von 850 Millionen – im Ausland gebunkert? In diesen Tagen ist wegen solcher Fragen eine neue Kampagne im Gange, um Selenskyjs Vermögensverhältnisse in der westlichen Medienöffentlichkeit reinzuwaschen. Demnach besitze der ukrainische Präsident regulär und offiziell „nur“ ein Vermögen von 30 Millionen Dollar. Die Pandora Papers bleiben unerwähnt.

30,2 Prozent gaben Selenskyj 2019 im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl ihre Stimme. In der Westukraine, den katholischen Hochburgen des Landes, siegten die Westler Petro Poroschenko und Julija Tymoschenko, im ukrainisch kontrollierten Teil des Donbass und Teilen der Südukraine der Ostler Jurij Boiko. Gewählt wurde Selenskyj von der Mehrheit der Wähler zwischen diesen beiden geographischen Extremen der beiden Ukrainen, auch von vielen pro-russischen Wählern, weil er eine ausgewogene Position zwischen Moskau und Washington/Brüssel sowie die Bekämpfung der Korruption versprach. Er sollte, so die Hoffnung der Wähler, die Überwindung der bis dahin dominierenden Spaltung des Landes zwischen Westlern und Ostlern bringen. Stattdessen kam unter Selenskyj, sobald Joe Biden als US-Präsident im Weißen Haus installiert war, der Krieg. Die Ukraine und die Ukrainer sind als Figuren auf dem Schachbrett zu Opfern geworden. Sie können einem leid tun und verdienen Mitgefühl, ob sie nun pro-westlich oder pro-russisch eingestellt sind. Selenskyj hätte das Blatt wenden können. Doch der Präsident hat sich abhängig gemacht. Auch seine Kokainabhängigkeit ist ein offenes Geheimnis. Dergleichen gilt unter westlichen Politikern inzwischen als Kavaliersdelikt und wird von den Medien wie so manch anderes Detail verschwiegen.

Unerträglich sind jedoch Bilder, die Selenskyj als „Heiligen“ zeigen und zu den Altären einer Säkularreligion erheben. Die Bilder kann man nicht nur im Internet finden, sondern Produkte mit solchen Darstellungen auch kaufen. Selenskyj, obwohl Jude, wird mit dem Nimbus, dem Heiligenschein dargestellt, einem Symbol, das im Christentum Heiligkeit ausdrückt. Mehr noch, er wird gar als eine Art Jesus-Ersatz präsentiert. Handelt es sich dabei „nur“ um die übliche Internet-Vermarktung, der nichts heilig ist, oder kommt auch diese geschmacklose Verklärung von einer beauftragten PR-Agentur?

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